Tiwag 2025 mit Rückgang bei Gewinn, Dividende höher

Der landeseigene Tiroler Energieversorger Tiwag hat für das Geschäftsjahr 2025 bei geringer Wasserführung einen Rückgang von Gewinn und Umsatz verzeichnet. Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag im Vorjahr bei 323,1 Mio. Euro (2024: 346,8 Mio.), hieß es am Donnerstag bei einem Pressegespräch in Innsbruck. Der Umsatz sank im Vorjahresvergleich von 1,98 Mrd. Euro auf 1,82 Mrd. Euro. 2026 werde eine Dividende von 150 Mio. Euro an das Land Tirol ausgeschüttet.
Im Vorjahr waren es 110 Mio. Euro gewesen. “Wir investieren massiv in unseren Standort, wir investieren massiv in Energie-Souveränität und damit in Unabhängigkeit”, betonte Vorstandsdirektor Michael Kraxner. Das Geschäftsjahr sei sehr trocken und demnach von einer deutlich unterdurchschnittlichen Wasserführung geprägt gewesen. Diese habe mit fast 3 Terawattstunden um 13,5 Prozent unter dem Planjahr gelegen, die Gesamtstromerzeugung der Wasserkraftwerke sei aufgrund der “Hydralizität” sogar fast 30 Prozent unter dem Vorjahr geblieben. Dennoch habe die Tiwag ein “sehr positives Ergebnis” erzielt, erklärte der Vorstandsdirektor.
Der Umsatz des Konzerns sank gegenüber dem Vorjahr um 7,7 Prozent, während die Bilanzsumme um 9,3 Prozent auf 4,8 Mrd. Euro stieg. Auch die Eigenkapitalquote habe sich “erfreulicherweise” um 0,7 Prozentpunkte auf insgesamt “solide” 49,9 Prozent erhöht.
Rekordinvestitionen sollen 2026 weiter steigen
Im Vorjahr getätigte Investitionen in Höhe von 574 Mio. Euro stellten den höchsten Wert der Unternehmensgeschichte dar, erklärte Vorstandsdirektor Kraxner. Für 2026 werde zudem ein Investitionspaket von 585 Mio. Euro angestrebt. Als “Konjunkturmotor in einer sehr schwierigen Zeit”, wie Kraxner den landeseigenen Energieversorger beschrieb, würde man insbesondere in Bereiche wie Netzinfrastruktur, Fernwärmeausbau, E-Mobilität und den Ausbau von Kraftwerken investieren.
Bei den Wasserkraftprojekten verwies er unter anderem auf das Speicherkraftwerk Kühtai, bei dem im Juni das Füllprogramm gemeinsam mit der Behörde beginnen solle. In Osttirol liefen zudem Fertigstellungsarbeiten am Projekt Tauernbach-Gruben. Beim Projekt Imst-Haiming liegt man indes etwa vier Monate vor dem Zeitplan.
Dividende “sportlich, aber verkraftbar”
Der als Dividende an das Land festgelegte Betrag von 150 Mio. Euro sei “sportlich, aber verkraftbar”, sagte Kraxner. Das Land habe “ein berechtigtes Interesse”, daher komme man diesem auch nach. Die Nettoverschuldung lag zum Jahresabschluss 2025 bei 1,06 Mrd. Euro, berichtete der Vorstandsdirektor. Um laufende Bauprojekte verlässlich finanzieren zu können, habe die Tiwag 2025 Fremdkapital in Höhe von 155 Mio. Euro aufgenommen.
Zur vom Land angestrebten Energieautonomie im Jahr 2030 erklärte Kraxner, die Tiwag investiere, was neben stabilen Preisen, einer fairen Dividende sowie begrenztem Fremdkapital möglich sei. “Mehr können wir nicht, das muss ich ganz ehrlich sagen”, meinte der Vorstandsdirektor. Schneller voranzukommen sei unter anderem wegen Behördenverfahren schwierig. Dennoch zeigte sich Kraxner überzeugt, dass man “ganz große Schritte in diese Richtung setzen und dem Ziel immer näher kommen” könnte.
Zudem würde man Projektpläne “von Professionisten aus dem Osten Österreichs” in Sachen Windkraft “beobachten” und sei auch bereits in entsprechenden Gesprächen. “Tirol ist aber ein schwieriges Pflaster”, betonte Kraxner und verwies neben Widerständen in der Bevölkerung auch auf “die deutlich schlechtere Ertragskraft” von Windkraft gegenüber dem Osten des Landes sowie dem Ausland.