Tote nach Anschlag in pakistanischer Unruheregion

08.07.2026 • 17:08 Uhr
Tote nach Anschlag in pakistanischer Unruheregion

Bei einem Anschlag in der pakistanischen Unruheregion Balochistan sind elf Sicherheitskräfte getötet worden. Der neuerliche Angriff auf einen Militärtransport reiht sich ein in eine Serie von Terrorattacken in den vergangenen vier Tagen, sagte der pakistanische Armeesprecher General Ahmed Chaudhry bei einer Pressekonferenz. Bei den drei Angriffen seien insgesamt 42 Menschen – Sicherheitskräfte und Zivilisten – getötet worden.

Pakistanische Sicherheitskräfte hätten mindestens 54 Terroristen getötet, hieß es weiter. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Der Armeesprecher machte die Balochistan Liberation Army (BLA), eine Separatisten-Gruppe, für den jüngsten Angriff verantwortlich. Die vorangegangenen Anschläge seien von der Terrororganisation Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) ausgeführt worden. Diese kämpft für eine islamistische Umwälzung des südasiatischen Landes.

Separatisten und Jihadisten greifen in der Region häufig Einrichtungen der pakistanischen Sicherheitskräfte und ausländische Investitionsvorhaben an. Die Region gilt als eine der ärmsten Pakistans.

Ausländische Wirtschaftsinteressen in Balochistan

Chinesische Unternehmen unterhalten in der Region Projekte im Bergbau. Der Tiefseehafen in der Stadt Gwadar soll zentraler Umschlagplatz der neuen chinesischen Seidenstraße werden. Im vergangenen Jahr sorgte auch erneutes US-Interesse an der Mine Reko Diq – einem der größten weltweiten Kupfer-Gold-Vorkommen – für Schlagzeilen. 

Der pakistanische Staat versucht in der Region für Sicherheit zu sorgen, um diese Wirtschaftsinteressen zu schützen. Zudem gehen Sicherheitskräfte auch gegen friedliche Aktivisten vor.

Experten: Iran-Krieg verschärft Situation

In einer kürzlich veröffentlichten Analyse warnten die Sicherheitsforscherin Amira Jadoon von der Clemson Universität in South Carolina und Colin P Clarke von der Denkfabrik The Soufan Center, dass auch der Iran-Krieg den Konflikt in Balochistan verschärfe. Der Iran grenzt direkt an die pakistanische Provinz. Auf beiden Seiten der Grenze leben ethnische Belutschen.

Lücken in der Überwachung der gemeinsamen Grenze, die mit einem destabilisierten Iran einhergingen, verschafften Terrorgruppen mehr Spielraum sich zu bewegen. So könnten sie neue Mitglieder rekrutieren und ihre grenzüberschreitenden Aktivitäten koordinieren, hieß es in der Analyse.