Toter bei Drohnenexplosion nahe AKW Saporischschja

18.08.2026 • 17:00 Uhr

Bei der Drohnenexplosion an einer Bushaltestelle für Mitarbeiter des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja ist am Dienstag ein Mensch getötet worden. Zudem seien 15 weitere Personen verletzt worden, darunter drei schwer, teilte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) unter Berufung auf den Werkleiter mit. Der Leiter des von russischen Truppen besetzten Kraftwerks bezeichnete das Geschehen demnach als das “schlimmste Ereignis, von dem das Werk bisher betroffen war”.

IAEA-Chef Rafael Grossi forderte ein sofortiges Ende solcher Angriffe. Diese stellten ein großes Risiko für die nukleare Sicherheit während des Konflikts dar, erklärte er. Die verantwortlichen militärischen Befehlshaber müssten dieses inakzeptable Vorgehen sofort einstellen. Der IAEA wurden auch weitere Angriffe im Industriegebiet um das frontnahe Atomkraftwerk gemeldet.

Mitarbeiter sollen durch Präsenz direkte Angriffe auf AKW verhindern

Der Vorfall habe sich gegen 6.00 Uhr ereignet. Sämtliche Opfer seien AKW-Angestellte und Mitarbeiter von Subunternehmen, hieß es. Ein Team der IAEA ist im permanent stillstehenden Kraftwerk stationiert, um die Lage zu überwachen und durch ihre Präsenz das Risiko von direkten Angriffen zu verhindern, die zu einem Atomunfall führen könnten.

In Moskau teilte das zentrale Ermittlungskomitee mit, dass Strafverfahren wegen der Terroranschläge im Gebiet Saporischschja und in der Hauptstadtregion eingeleitet worden seien. Von ukrainischer Seite gab es zunächst keine Reaktion. 

Das größte Atomkraftwerk Europas mit sechs Reaktoren war kurz nach Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 unter russische Kontrolle geraten. Seitdem beschuldigen sich die Ukraine und Russland gegenseitig, die Sicherheit der Anlage zu gefährden. Im Juli war unter anderem die Wasserversorgung von Teilen des Kraftwerks beeinträchtigt worden.