Totes Baby im Burgenland: Abschlussbericht in Ausarbeitung

22.06.2026 • 09:43 Uhr
Totes Baby im Burgenland: Abschlussbericht in Ausarbeitung

Im Fall des im Jänner am Grenzübergang Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am See) tot aufgefundenen Neugeborenen befinden sich die Ermittlungen im Finale. Der Abschlussbericht sei in Ausarbeitung, dann werde auch eine Entscheidung über die etwaige Anklage der fünf Beschuldigten, die bereits in Untersuchungshaft sitzen, getroffen, hieß es aus der Staatsanwaltschaft Eisenstadt zur APA. Der “Kurier” zitierte am Montag aus einer Unterlage über den Tod des Babys.

Das getötete Kind war am 18. Jänner 2026 von Reisenden gefunden worden. Eine Obduktion ergab, dass das Mädchen lebend geboren und unter Fremdeinwirkung zu Tode gekommen war. Als Todesursache wurde ein Schädel-Hirn-Trauma festgestellt. Mitte Februar wurden bereits vier Verdächtige festgenommen, darunter auch die erst 17-jährige Mutter des Säuglings. Sie wurde, wie zwei weitere Rumäninnen, in Deutschland ausgeforscht und nach Österreich überstellt. Ein Mann wurde in Rumänien festgenommen und kürzlich wurde noch ein fünfter Verdächtiger ausgeforscht und in U-Haft genommen.

Familienmitglieder im Bus bestreiten Kenntnis über Geburt

Laut dem “Kurier”-Bericht handelte es sich bei allen um Familienmitglieder. Im Kleinbus sollen neben der 17-Jährigen ihre Mutter, ihre Schwester, ihr Bruder und ihr Schwager unterwegs gewesen sein. Letzterer soll das Fahrzeug gelenkt haben. Getötet wurde der Säugling am 17. Jänner am Abend, bevor Reisende am nächsten Tag den Leichnam fanden.

Die Familienmitglieder sollen angegeben haben, dass sie von der Schwangerschaft der jungen Frau und der Geburt im Bus nichts mitbekommen haben. Dies erklärte auch die 17-Jährige selbst, die von einer Totgeburt ausgegangen sei. Die bei der Obduktion festgestellten schweren Verletzungen des Babys habe sie damit erklärt, dass ihr das Kind auf dem Weg zum Ablageort aus der Hand gerutscht sei.

Entscheidung über Anklage noch offen

Videos einer Überwachungskamera würden zeigen, dass die junge Verdächtige mit einer Tragetasche den Bus verlässt, während die anderen den Wagen reinigen. Sie kam wenig später mit leeren Händen zurück und die Fahrt wurde dann fortgesetzt.

Der Abschlussbericht über den Fall ist bei der Staatsanwaltschaft Eisenstadt noch in Ausarbeitung. Dann wird über die etwaige Anklage der fünf Personen entschieden.