USA haben Yen durch Euro-Verkäufe gestützt
Die USA haben bei ihrem gemeinsamen Eingriff mit Japan zur Stützung des Yen zu einem höchst ungewöhnlichen Mittel gegriffen: Sie verkauften Euro, um die japanische Währung zu kaufen – anstatt wie üblich Dollar. Das bestätigte ein Händler am Montag laut Reuters nach einem entsprechenden Bericht der “Financial Times”. Laut Devisenanalysten will die US-Regierung damit den Eindruck vermeiden, dass sie eine Abwertung des Dollars anstrebt.
Ein schwächerer Dollar würde die Inflation in den USA anheizen, die bereits über dem Zielwert der Notenbank Fed liegt. Analysten der Bank HSBC bezeichneten den Schritt als “höchst ungewöhnlich – vielleicht sogar beispiellos”.
Die Intervention zeigte Wirkung. Der Yen erholte sich von seinem 40-Jahres-Tief von fast 164 je Dollar und notierte zuletzt bei rund 157. Gegenüber dem Euro, der direkt verkauft wurde, legte der Yen ebenfalls deutlich zu und drückte den Kurs von über 187 auf zeitweise unter 180 Yen je Euro. Solche Bewegungen in einem Währungspaar wirken sich durch Arbitrage-Geschäfte von Händlern fast augenblicklich auf den gesamten Markt aus. Dabei nutzen Händler Preisunterschiede für dasselbe Gut auf verschiedenen Märkten aus: Sie kaufen es dort, wo es billiger ist, und verkaufen es zeitgleich dort, wo es teurer ist.
Erster koordinierter Eingriff seit 15 Jahren
Die USA und Japan hatten am Freitag erstmals seit 15 Jahren wieder koordiniert am Devisenmarkt eingegriffen, um den Kursverfall des Yen zu stoppen. An den Märkten wird nun über die weitreichenden Folgen spekuliert. Die entscheidende Frage sei, ob auch die Europäische Zentralbank (EZB) Euro gegen Yen verkaufen werde. “Das käme einem Währungsabkommen der großen Volkswirtschaften zur Stärkung des Yen gleich”, schrieben Analysten der Bank HSBC. Eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte, die EZB habe deswegen mit der US-Notenbank Fed in Kontakt gestanden. Ein EZB-Sprecher lehnte eine Stellungnahme jedoch ab.
Japan ist mit Beständen von 1,14 Billionen Dollar der größte ausländische Gläubiger der USA. Mithilfe einer sogenannten Fazilität kann sich Tokio Dollar-Liquidität beschaffen, ohne seine US-Staatsanleihen direkt verkaufen zu müssen, was die Renditen am US-Anleihemarkt in die Höhe treiben würde. Das würde für die US-Regierung angesichts rekordhoher Schulden steigende Zinskosten bedeuten.