Trump will Syrien von Terrorliste streichen

US-Präsident Donald Trump hat eine mögliche Streichung Syriens von der US-Liste staatlicher Terror-Sponsoren signalisiert. Auf die Frage eines Reporters, ob er diesen Schritt plane, antwortete Trump: “Ich denke, das werde ich, ja.” Über den syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Sharaa sagte er: “Er hat großartige Arbeit geleistet.” Trump und al-Sharaa kamen am Mittwoch am Rande des NATO-Gipfels in Ankara zusammen.
Die Liste staatlicher Sponsoren von Terrorismus der USA ist eine vom Außenministerium geführte Liste. Die Regierung in Washington wirft den Ländern vor, den internationalen Terrorismus zu unterstützen. Mit einer Streichung von der Liste dürfte es unter anderem für internationale Firmen und Banken einfacher werden, in Syrien Geschäfte zu machen. Eine Aufhebung dieses Status gilt als Voraussetzung für größere ausländische Direktinvestitionen in den syrischen Markt.
Die US-Regierung hatte bereits zuvor erklärt, den Status Syriens auf der Liste zu überprüfen. Trump ging darauf in seinen Äußerungen allerdings nicht ein und ließ damit offen, ob dazu schon ein Ergebnis vorliegt. Trump hatte zuletzt vorgeschlagen, Syrien solle sich militärisch “um die Hisbollah kümmern”. Al-Sharaa wies das jedoch zurück. Damaskus strebe “wirtschaftliche Beziehungen” mit dem Libanon an, “keine militärischen”, sagte al-Sharaa im Juni.
Al-Sharaa war früher Kämpfer der islamistischen HTS-Miliz, unter deren Führung der syrische Diktator Bashar al-Assad im Dezember 2024 gestürzt wurde. Seither fungiert der 43-Jährige als Übergangspräsident. Im November 2025 hatte er bei einem Besuch in Washington um finanzielle Unterstützung für seine Regierung und eine Aufhebung der Sanktionen geworben. Seit dem Sturz der Regierung Assads haben sich auch die USA Syrien gegenüber immer weiter geöffnet und bereits umfassende Sanktionen gegen das Land aufgehoben. Die seit 1979 bestehende Einstufung Syriens als staatlicher Terrorismus-Sponsor ist jedoch formal weiterhin in Kraft.