TU Wien setzt aus Sorge um Budget Stellenausschreibungen aus

Die Technische Uni (TU) Wien hat wegen befürchteter Einsparungen im nächsten Universitätsbudget für 2028 bis 2030 mit Mitte Juni einen vorübergehenden Ausschreibungsstopp verhängt. Nachdem der genaue Finanzrahmen erst bei der Regierungsklausur im Herbst feststehen soll, müsse man vorerst “sehr zurückhaltend sein”, so Rektor Jens Schneider am Donnerstag. Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) hat den Unis gerade ein “moderates Plus” in Aussicht gestellt.
“Der Ausschreibungsstopp für Globalbudgetstellen ist keine Vorsichtsmaßnahme aus Übervorsicht, sondern eine betriebliche Notwendigkeit angesichts einer Planungslücke, die wir uns nicht leisten können zu ignorieren”, wurde Schneider in der Aussendung zitiert. Berufungsverfahren, Projektzusagen und Vertragsverlängerungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern liefen nämlich über Jahre, man müsse deshalb schon heute mit Vorsicht planen. Sollte es tatsächlich zu Einschnitten in einer Höhe kommen, wie sie von der Universitätenkonferenz (uniko) befürchtet werden, müsse die TU zu weiteren Mitteln greifen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Personalkosten machen laut Uni 63 Prozent ihres Budgets aus.
Holzleitner betont “schwieriges” Budgeterbe
Die uniko macht seit Mitte Mai gegen befürchtete Budgetkürzungen in der kommenden Leistungsvereinbarungsperiode mobil. Nach einem Informationsgespräch im Wissenschaftsministerium zum Doppelbudget 2027/28 gingen die Rektoren zunächst von einer Kürzung der Uni-Mittel von derzeit 16,5 Mrd. (inklusive Ärztegehälter) auf 15,5 Mrd. aus. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) nannte diese Zahlen frei erfunden. Zumindest für 2027 sind im Wissenschaftsressort, wo die Unis der mit Abstand größte Posten sind, aber schon Einsparungen von 190 Mio. budgetiert.
Fix ist auch, dass die Unis im nächsten Jahr – anders als 2025 und 2026 – die Ärztegehälter an den Uni-Kliniken doch wieder direkt aus ihrem Budget bezahlen müssen. Nachträgliche Kürzungen gab es außerdem Anfang 2025 mit 129 Mio. Euro als Beitrag zur Budgetkonsolidierung und 121 Mio. zur Sicherstellung des FTI-Pakts (Forschung, Technologie, Innovation) in den Jahren 2026 und 2027, wobei dieses Geld über Projekte des Wissenschaftsfonds FWF vollständig wieder an die Unis zurückfließt.
Erst am Donnerstag hat Ministerin Holzleitner nach einem Austausch mit Uni-Spitzenvertretern einmal mehr betont, dass die aktuelle Bundesregierung “das schwierige budgetäre Erbe der vergangenen Jahre sanieren” müsse. Beim Uni-Budget setze sie auf einen Mix aus Strukturmaßnahmen, Erleichterungen und einem “Plus, das allerdings – so viel kann man angesichts des gesamthaften Sparkurses sagen – moderat ausfallen wird”. Eine Entscheidung wurde für die Regierungsklausur im Herbst angekündigt, gesetzliche Deadline ist der 31. Oktober.