Ukraine attackierte russische Ölhafen bei St. Petersburg
Die Ukraine hat erneut russische Ölanlagen an der Ostsee bei St. Petersburg mit Drohnen angegriffen. Bei der nächtlichen Attacke wurde den Behörden zufolge auch ein Ostseehafen für Ölexporte getroffen. Der Gouverneur von Sankt Petersburg, Alexander Beglow, sprach von einem groß angelegten Angriff auf die Metropole mit sechs Millionen Einwohnern. Ein russischer Drohnenangriff auf eine Gasförderanlage in der zentralukrainischen Region Poltawa löste indes ein Feuer aus.
Der Gouverneur der Region Leningrad, Alexander Drosdenko, berichtete, dass von russischer Seite 72 feindliche Drohnen abgeschossen worden seien. Im Hafen von Wyssozk am Finnischen Meerbusen seien Teile von Drohnen abgestürzt, sagte Drosdenko der staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS zufolge. Das lokale Medium “Bumaga” berichtete von einem Feuer am Ölterminal der Stadt. Der Hafen liegt etwa 170 Kilometer nordwestlich von Sankt Petersburg am Finnischen Meerbusen und schlägt Öl, Getreide, Kohle sowie Flüssigerdgas um.
Zuletzt hatte die Ukraine Anfang Juni Tanks im Ölhafen von St. Petersburg in Brand geschossen, als dort das Internationale Wirtschaftsforum von Kremlchef Wladimir Putin beginnen sollte. Die Stadt liegt mehr als 1.000 Kilometer von der Ukraine entfernt.
Tote bei Bombenangriff auf ukrainische Stadt Sumy
Der Betrieb der getroffenen Gasförderanlage in Poltawa sei eingestellt worden, teilte der staatliche ukrainische Energiekonzern Naftogaz über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. “Der Feind nimmt systematisch Gasförderanlagen ins Visier, um die heimische Produktion der Ukraine zu drosseln und die Vorbereitungen auf die Heizperiode zu erschweren”, heißt es in der Mitteilung weiter.
Bei einem russischen Angriff auf einen Kohlebetrieb in der ostukrainischen Region Dnipropetrowsk wurde nach Angaben des Betreibers DTEK ein Mensch getötet. Fünf weitere Bergleute wurden verletzt, teilte der Energiekonzern mit. Der Betrieb sei vorerst eingestellt worden. Eine russische Stellungnahme lag zunächst nicht vor. Der Angriff ereignete sich den Angaben zufolge bereits am Freitag.
In der nordostukrainischen Großstadt Sumy wurden am Freitagabend mindestens vier Menschen durch einen russischen Bombenangriff getötet, wie Präsident Wolodymyr Selenskyj mitteilte. Außerdem gebe es 27 Verletzte. In den Trümmern eines Wohnhauses würden noch Verschüttete vermutet. Nach Angaben der Gebietsverwaltung von Sumy hatte die russische Luftwaffe das Stadtzentrum mit sechs Gleitbomben angegriffen. Kampfjets klinken diese Bomben noch im sicheren eigenen Luftraum aus, sie werden dann über Dutzende Kilometer ins Ziel gelenkt.