Ölterminal auf der Krim von Ukraine attackiert

23.06.2026 • 13:22 Uhr

Die Ukraine hat Medienberichten zufolge erneut strategisch wichtige Objekte in der russischen Schwarzmeerregion Krasnodar und auf der von Moskau annektierten Halbinsel Krim angegriffen. Getroffen worden seien dabei auch ein Ölterminal und ein Öldepot nahe der Großstadt Kertsch im Osten der Krim, berichtete das Internetportal “Ukrajinska Prawda”.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Meerenge wurde demnach mit dem Hafen Kawkas im Gebiet Krasnodar ebenfalls eine schon früher attackierte Anlage erneut unter Beschuss genommen. Offiziell gibt es bisher keine Bestätigung für die Angriffe. Das russische Verteidigungsministerium meldete lediglich den Abschuss von insgesamt 143 ukrainischen Drohnen, ohne Angaben zu den Folgen zu machen.

Explosionen und dunkle Rauchwolken

In sozialen Netzwerken kursierende Bilder und Videos zeigen Explosionen und Feuer in der Nacht und dunkle Rauchwolken in der Früh. Die Flughäfen von Krasnodar und Sotschi waren stundenlang für den Flugverkehr gesperrt. Auf der Krim landen seit Beginn des vor mehr als vier Jahren von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Kriegs gegen die Ukraine ohnehin keine Passagierflugzeuge mehr.

Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten zur Abwehr der russischen Invasion vermehrt Objekte der Ölindustrie attackiert. Damit soll den angreifenden russischen Truppen die Treibstoffversorgung und Moskau die Kriegsfinanzierung erschwert werden. Vor allem die Bewohner der bereits 2014 von Russland annektierten Krim spüren die Folgen deutlich. Seit Tagen können Privatpersonen auf der Halbinsel wegen Benzinmangels nicht mehr tanken.

Tote und Verletzte bei Beschuss von Geburtsstadt Selenskyjs

In der südostukrainischen Industriestadt Krywyj Rih sind indes mindestens drei Menschen durch russischen Raketenbeschuss getötet worden. Weitere 19 seien verletzt worden, 5 davon schwer, teilte Militärverwaltungschef Olexander Wilkul bei Telegram mit. Demnach schlug eine Rakete in ein Objekt der zivilen Infrastruktur ein. Zuvor hatte die ukrainische Luftwaffe vor einer ballistischen Rakete mit Kurs auf die Geburtsstadt von Präsident Wolodymyr Selenskyj gewarnt. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen die von Russland betriebene Invasion. Krywyj Rih ist in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel russischer Angriffe gewesen.

Lawrow: Moskau zu Gesprächen mit Kiew bereit

Russland ist nach Angaben von Außenminister Sergej Lawrow zur Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen mit der Ukraine bereit. “Wir sind bereit, mit Kiew zu reden. Das waren wir immer”, sagte Lawrow am Dienstag vor Journalisten. Es könne an dem Punkt weitergemacht werden, an dem man zuletzt aufgehört habe, fügt er hinzu und verweist auf Gespräche, die kurz nach Beginn des Kriegs 2022 in Istanbul stattfanden und an die 2025 angeknüpft wurde. Allerdings signalisierte er keinerlei Bereitschaft zur Änderung der Forderungen Moskaus. Diese sehen unter anderem eine vollständige Aufgabe der Teile des Donbass vor, die Russlands noch nicht erobert hat. Die Ukraine lehnt dies ab. Die bisher letzten Friedensgespräche fanden im Februar statt. Vermittelt wurden sie von den USA, kurz bevor diese Ende Februar mit Israel den Krieg gegen den Iran begannen.