Ukraine startet neue Welle von Drohnenangriffen auf Russland
Bei einer neuen Welle von ukrainischen Drohnenangriffen auf Ziele in Russland sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Bei den Toten handle es sich um einen Mann und ein 14-jähriges Mädchen. Eine Drohne sei auf ihr Haus gestürzt und habe einen Brand verursacht. Eine Lukoil-Raffinerie und ein Lager des Onlinehändlers Wildberries wurden durch Angriffe ebenfalls in Brand gesetzt.
Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden in der Nacht auf Mittwoch 426 ukrainische Drohnen abgefangen und zerstört. Auch die Hauptstadt Moskau war Ziel der Angriffe. Die Flughäfen in Tambow, Nischni Nowgorod und Jaroslawl meldeten wegen Luftalarms zeitweise ausgesetzte Starts und Landungen.
Die ukrainische Armee hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj binnen 24 Stunden 16 Ziele in Russland attackiert. Darunter befinden sich Ölanlagen, Logistikzentren, Flugplätze, eine Raketeneinheit, ein Rüstungsbetrieb sowie Infrastruktur, die Moskau für Angriffe auf die Ukraine nutzt, wie Selenskyj auf der Plattform X mitteilt. Konkrete Orte nennt er nicht. “Der Krieg muss dorthin zurückkehren, woher er gekommen ist”, erklärt er.
Das ukrainische Militär griff in der Nacht die Norsi-Ölraffinerie des russischen Konzerns Lukoil in der Region Nischni Nowgorod an. Dabei wird auf dem Gelände ein Brand ausgelöst, wie der ukrainische Generalstab auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram mitteilte.
Wildberries-Lager brennt
In der Region Tambow etwa 600 Kilometer südöstlich von Moskau wurde zudem ein weiteres Lager des größten russischen Online-Versandhändlers Wildberries Ziel eines ukrainischen Drohnenangriffs. Der Brand in dem Lager in Kotowsk habe sich auf 100.000 Quadratmeter ausgedehnt, teilte der Gouverneur der Region, Jewgeni Perwyschow, mit.
Auch die von Russland bereits 2014 annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim wurde angegriffen. Drei ukrainische Marschflugkörper vom Typ “Flamingo” seien über dem Schwarzen Meer abgefangen worden, teilte der von Moskau eingesetzte Gouverneur der Hafenstadt Sewastopol, Michail Raswoschajew, in sozialen Netzwerken mit.
Heizkraftwerk im ukrainischen Cherson beschädigt
Ein russischer Angriff mit einer gelenkten Fliegerbombe beschädigte unterdessen ein Heizkraftwerk in der südukrainischen Stadt Cherson schwer. Dies teilt der Eigentümer, der ukrainische Energiekonzern Naftogaz, mit. Das genaue Ausmaß der Schäden soll untersucht werden, sobald es die Sicherheitslage zulässt.