Ukrainische Angriffe gegen Russland mit mindestens 10 Toten
Bei einer groß angelegten ukrainischen Offensive sind am Freitag nach russischen Angaben mindestens zehn Menschen getötet worden. Bei einer Drohnenattacke auf einen Markt in Tokmak, im von Russland kontrollierten Teil der ukrainischen Region Saporischschja, wurden etwa fünf Menschen getötet und 18 weitere verletzt. Das erklärte der örtliche Gouverneur im Onlinedienst Telegram. Zuvor hatten russische Behörden bereits über mehrere Tote infolge ukrainischer Angriffe berichtet.
So sei etwa eine Frau bei einem Raketenangriff auf Belgorod in ihrem Auto durch Splitterverletzungen gestorben, wie der Bürgermeister der Stadt am Freitag im Onlinedienst Telegram schrieb. Dabei sei auch zivile Infrastruktur beschädigt worden, es habe Probleme bei der Strom- und Wasserversorgung gegeben. Zudem sei in der Region Brjansk ein Mann von einer Kamikaze-Drohne getötet worden, teilte der örtliche Gouverneur mit. Zwei weitere Menschen seien verletzt worden.
Außerdem griff die Ukraine zwei russische Luftwaffenstützpunkte auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim an. Ziel seien Kampfflugzeuge und Drohnendepots gewesen, wie der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU auf Telegram meldete. Betroffen waren demnach die Stützpunkte Hwardijske und Saki. Letzterer sei in dieser Woche bereits zum zweiten Mal attackiert worden. Die dort stationierten Flugzeuge seien beschädigt oder zerstört worden, hieß es nach Angaben des SBU weiter. Eine russische Stellungnahme lag zunächst nicht vor. Darüber hinaus löste ein ukrainischer Drohnenangriff in der Region Smolensk nach Angaben der Verwaltung einen Brand in einer Industrieanlage aus.
Drohnenangriff legt laut Insider große russische Ölraffinerie lahm
Nach einem ukrainischen Drohnenangriff stoppte die viertgrößte russische Ölraffinerie Norsi Insidern zufolge die Rohölverarbeitung. Bei der Attacke in der Region Nischni Nowgorod wurde nach Angaben des örtlichen Gouverneurs Gleb Nikitin ein Mensch getötet und eine Industrieanlage beschädigt. Wie zwei mit dem Vorgang vertraute Personen sagten, traf die Drohne die Hauptraffinerieanlage, die 53 Prozent der Gesamtkapazität von Norsi ausmacht. Der Eigentümer Lukoil nahm zunächst nicht Stellung. Norsi ist der zweitgrößte Benzinproduzent Russlands.
Insgesamt habe Russland in der Nacht auf Freitag 155 ukrainische Drohnen über seinem Territorium und der annektierten Halbinsel abgeschossen. Das erklärte das russische Verteidigungsministerium.
Ein Toter bei russischem Angriff auf Saporischschja
Bei einem russischen Gleitbombenangriff wurde am Freitag in der frontnahen südostukrainischen Großstadt Saporischschja mindestens ein Zivilist getötet. Weitere fünf seien verletzt worden, teilte der Militärgouverneur des gleichnamigen Gebiets, Iwan Fedorow, bei Telegram mit. Durch die Bombe sei das Gebäude eines Industrieunternehmens beschädigt worden. Die Frontlinie zwischen russischen und ukrainischen Truppen verläuft etwa 20 Kilometer südlich der Industriestadt.
Schwerster russischer Angriff seit Kriegsbeginn
Die ukrainische Offensive erfolgte einen Tag nach dem schwersten russischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew seit Beginn der russischen Offensive im Februar 2022. Russland hatte in den frühen Morgenstunden am Donnerstag Hunderte Drohnen und Dutzende Raketen auf Kiew abgefeuert. Dabei wurden rund 130 Gebäude beschädigt. Mindestens 30 Menschen seien nach Angaben der Rettungskräfte bei dem Angriff auf Kiew getötet worden. Außerdem seien 91 Menschen verletzt worden, wie der Leiter der Militärverwaltung der Hauptstadt mitteilte.
Die Ukraine kündigte angesichts des Großangriffs auf ihre Hauptstadt Vergeltung an, während Russland bekräftigte, seine Angriffe fortzusetzen. In Kiew wurde für den Freitag ein Trauertag einberufen. “Mein Beileid gilt all ihren Familien und Angehörigen. Fast hundert Menschen wurden verletzt, darunter auch Kinder”, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf Telegram mit.
Weitere Opfer in Sumy durch Drohnenangriff
In der Grenzregion Sumy seien in der Nacht auf Freitag vier weitere Menschen gestorben und drei Personen verletzt worden, als russische Drohnen ein Privathaus trafen. Das berichtete der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Oleh Hryhorow, am frühen Morgen auf Telegram. Unter den Toten befinde sich laut der ukrainischen Nachrichtenagentur Ukrinform auch ein Kleinkind.
Zudem verletzte ein Raketenangriff auf ein dicht bebautes Stadtgebiet in der zentralukrainischen Stadt Krywyj Rih sieben Menschen. Das erklärte der Leiter des städtischen Verteidigungsrates, Oleksandr Wilkul. Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren nahezu in jeder Nacht mit Raketen- und Drohnenangriffen.