Unis offen für Holzleitner-Pläne, pochen aber auf Budget

Die Universitäten zeigen sich offen für die am Montag von Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner vorgestellten Pläne. Gleichzeitig pochen sie aber weiter auf eine Erhöhung ihres Budgets für 2028 bis 2030. “Reformen können nicht Basisfinanzierung ersetzen”, so die Präsidentin der Universitätenkonferenz, Brigitte Hütter, bei einer Pressekonferenz. “Systeme brauchen Reformen – ja. Systeme brauchen aber immer auch Geld. Es ist nicht gut, wenn das jetzt vermischt wird.”
Nach wie vor würden rund 2,5 Mrd. Euro für die kommende dreijährige Leistungsvereinbarungsperiode fehlen, meinte Hütter. Wenn die Regierung darauf verweise, dass das Unibudget zuletzt enorm gestiegen sei, stimme das natürlich. Allerdings habe man damit einerseits eine kumulierte Inflation von rund 30 Prozent ausgeglichen und andererseits die Vorgabe verbesserter Betreuungsrelationen umgesetzt. Die derzeitigen Budgetpläne würden zu einem massiven Reputationsschaden in der Forschungslandschaft führen, aber auch zu einem Einbruch der Karrierechancen für Nachwuchsforscherinnen und -forscher.
“Sehr interessiert” an Profilschärfung
Gleichzeitig begrüße man es, wenn nun endlich über Reformen gesprochen werde. “Sehr interessiert” sei man etwa am Thema Profilschärfung. Das von Holzleitner ins Spiel gebrachte “Ein Standort – ein Studium” sei dabei ein “gutes Schlagwort”: Man müsse aber schauen, was gemeint sei. Außerdem brauche man dafür auch ein einheitliches Studienrecht – derzeit würden Unis, Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen gesetzlich unterschiedliche Vorgaben haben.
Man werde sich auch über Standortabstimmungen Gedanken und konkrete Vorschläge dafür machen. Gleichzeitig verwies man auf bisherige Überlegungen der Universitätenkonferenz dazu: So fordern die Unis schon seit langem, die Pädagogischen Hochschulen in die Unis zu integrieren. Auch die Eingliederung der ohnehin an der Linzer Kepler-Uni beheimateten Interdisciplinary Transformation University (IT:U) in diese mache Sinn, so der Rektor der Technischen Universität (TU) Graz, Horst Bischof. Ebenso müssten die oft von den Ländern finanzierten Privathochschulen im Gesamtkanon und nicht separat diskutiert werden. Für sinnvoll erachtet er auch eine Verschränkung mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen durch ein “Kooperationsgebot”.
Verbindlicheres Studium
Im Studienrecht brauche es Maßnahmen, die für ein verbindlicheres Studium sorgen, betonte Bischof. Das betreffe etwa die Studienwahl, aber auch die Studieneingangsphase, die studienübergreifend gestaltet werden könnte. Durch ein leistungsbezogenes Stipendiensystem könne man mehr Planbarkeit schaffen, die Zahl der erlaubten Prüfungsantritte will man reduzieren und die Mindeststudienleistung erhöhen. Dafür brauche es aber gesetzliche Rahmenbedingungen.
Für Erleichterungen könnten auch schlankere Leistungsvereinbarungen und Wissensbilanzen sorgen, so Bischof. Bürokratie könnte auch verringert werden, wenn die Unis nicht mehr unter das Medientransparenzgesetz fallen.
“Karrieren brauchen Anstellungsmöglichkeiten”
Offen zeigte man sich auch für ein Ende der Kettenvertragsregelung und neue Karrieremodelle. Aber: “Karrieren brauchen eine Basis – und das sind Anstellungsmöglichkeiten”, meinte Hütter. Mit dem derzeit geplanten Budget bräuchte man einen Einstellungsstopp und müsste darüber hinaus eventuell auch Kündigungen aussprechen. “Deshalb ist die derzeitige Budgetdiskussion ja auch so toxisch”, ergänzte Bischof. “Spitzenforscher sind agil: Wenn jemand woanders ein besseres Angebot kriegt, ist er weg.”
Über Studiengebühren für Studierende aus Österreich und der EU will Hütter eigentlich nach wie vor nicht reden. “Eine Studiengebührendiskussion hat nur Sinn, wenn wir Stipendien haben, die ein Vollzeitstudium finanzieren.” Damit könne man auch die nötigen Mittel nicht aufbringen – angesichts der budgetären Lage müsse man das Thema aber aufgreifen. Offen sei man für höhere Gebühren für Studierende aus Drittstaaten, wobei man diese Frage je nach Hochschule (also z.B. Kunstuni oder allgemeine Uni) eventuell aber unterschiedlich behandeln müsse.