UNO-Besuch: Stocker gedachte der Opfer von 9/11 in New York

21.09.2026 • 18:39 Uhr
UNO-Besuch: Stocker gedachte der Opfer von 9/11 in New York

Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hat seinen Besuch bei der UNO-Vollversammlung in New York Montag Vormittag (Ortszeit) mit einem Gedenkakt beim 9/11-Memorial in Lower Manhattan begonnen. Er legte beim “Survivor Tree” einen Kranz nieder. Der 11. September 2001 habe gezeigt, “was Terror bewirkt”, sagte Stocker danach im Gedenken an die knapp 3.000 Opfer der islamistischen Anschläge auf das World Trade Center. “Es soll uns auch eine Mahnung in Österreich sein.”

“Wir müssen unsere Demokratie schützen. Wir müssen unsere Art zu leben verteidigen”, ergänzte der ÖVP-Bundeskanzler. “Wenn man hier physisch vor Ort ist, kann man nicht unberührt bleiben, was vor 25 Jahren an diesem Ort passiert ist.” Er äußerte sich dazu am Rande des Memorial nach dem Festakt (Montag Nachmittag MESZ) im Gespräch mit österreichischen Medien. Reden von Politikern waren von Angehörigen der Opfer an Ort und Stelle unerwünscht.

Es habe sich um ein Gedenken gehandelt, betonte der Bundeskanzler, bei dem er auch den Sohn eines Feuerwehrmanns getroffen habe, der sich damals “in den Dienst” stellte, “um zu helfen, und dann sein Leben verloren hat.” Das zeige, “wie viel Menschlichkeit hier auch zum Ausdruck gekommen ist”. Dieses Gespräch habe ihn sehr berührt. Es sei ihm daher auch ein Anliegen, “die Solidarität mit dieser Haltung auszudrücken.”

Der Sohn des Feuerwehrmanns sei 2001 gerade einmal fünf Jahre alt gewesen, habe seinen Vater also “sehr früh verloren”. Er habe erzählt, “dass es sehr schwer war, es aber weitergegangen ist”. Nun sei er selbst Vater geworden. “Die Familie wächst, und das ist auch ein schönes Symbol, dass auch aus der größten Tragödie der Optimismus nicht verschwindet. Dass es eben weitergeht und positiv weitergeht.”

Zwei in Österreich geborene Personen unter den Opfern

Zudem bekam dem Bundeskanzler bei den rund um das Memorial eingravierten Namen der Opfer auch jene von zwei Personen gezeigt, die in Österreich geboren wurden. Es handle sich um Menschen, die bereits in den 1940er und 50er Jahren in die USA gezogen seien und danach dort gelebt hätten. “Bei den Namen habe ich eine Rose abgelegt, weil es ja bis jetzt gar nicht so bekannt war”, erzählte Stocker.

Der “Survivor Tree” ist ein Callery-Birnbaum, der die Terroranschläge vom 11. September 2001 schwer beschädigt überlebte. Nach den Anschlägen lag die Pflanze wochenlang unter den Trümmern vergraben. Später entdeckten Rettungskräfte den stark verkohlten Baumstumpf, der nur noch einen einzigen lebenden Ast aufwies. Er wurde in Folge in den Arthur Ross Nursery Park in der Bronx gebracht. Er schlug im folgenden Frühjahr eher überraschend wieder aus und erholte sich vollständig. Er wurde daraufhin wieder am Rande des Memorial eingesetzt und gilt heute weltweit als “Symbol für Hoffnung, Wiedergeburt und Widerstandskraft der Stadt New York und der gesamten Nation”. Er ist rundum mit bunten Zetteln bespickt, auf denen Botschaften wie “We will never forget you” oder “Uncle Joe forever in my heart” verzeichnet sind.

Fast 3.000 Tote am 11. September 2001

Bei den Terroranschlägen vom 11. September 2001 starben fast 3.000 Menschen, als Terroristen des islamistischen Netzwerks Al-Kaida vier Passagierflugzeuge entführten und zwei davon in die Türme des World Trade Centers steuerten. Ein weiteres Flugzeug traf das Pentagon (US-Verteidigungsministerium) bei Washington. Eine vierte Maschine stürzte in Pennsylvania ab, nachdem die Passagiere Widerstand gegen die Entführer geleistet hatten. Welches Ziel die Entführer mit dieser Maschine hatten, ist bis heute unklar.

Zentrale Gedenkstätte am “Ground Zero”

Das National September 11 Memorial in New York City ist eine zentrale Gedenkstätte am “Ground Zero”. Zwei riesige Wasserbecken markieren die ehemaligen Grundrisse der zerstörten Twin Towers. Wasser fließt über die Wände in ein zentrales, scheinbar endloses Loch. In die Ränder der Becken sind die Namen der bekannten Opfer eingraviert. Rundum sind Hunderte Eichen gepflanzt, darunter steht zudem auch der “Survivor Tree”. Ein angrenzendes Museum dokumentiert die Ereignisse von damals.