UNO: Starker Anstieg getöteter Zivilisten im Ukraine-Krieg

Die Zahl der getöteten Zivilisten im Ukraine-Krieg ist nach Angaben der Vereinten Nationen stark gestiegen. In der ersten Jahreshälfte habe die UNO-Menschenrechtsmission in der Ukraine (HRMMU) “1396 zivile Todesopfer und 7978 verletzte Zivilisten dokumentiert”, erklärte deren Leiterin Danielle Bell am Dienstag in Genf. Dies entspreche einem Anstieg von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Das UNO-Menschenrechtsbüro verurteilte mehrere Angriffe der vergangenen Tage, bei denen in der gesamten Ukraine und in Russland zivile Opfer zu beklagen waren. “Zivilisten und zivile Infrastruktur stehen unter dem Schutz des humanitären Völkerrechts” sagte der Sprecher des UNO-Menschenrechtsbüros, Thameen Al-Kheetan, Journalisten. “Jeder vorsätzliche Angriff dieser Art ist ein Kriegsverbrechen.”
Allein am Montag waren bei gegenseitigen Angriffen der Ukraine und Russlands mindestens 14 Menschen getötet worden. Aus der russischen Region Belgorod meldeten die Behörden sechs Todesopfer, in der Ukraine wurden laut Behörden mindestens acht Menschen durch mehrere russische Angriffe in verschiedenen Regionen getötet.
Widerspruch Moskaus – Verstärkte Angriffe aus Kiew
Russland bestreitet zwar, zivile Ziele anzugreifen. Allerdings überzog Moskau zuletzt ukrainische Städte massiv mit Luftangriffen. Auch Kiew hat seit einigen Monaten seine Angriffe auf russisches Gebiet verstärkt. Die ukrainische Regierung spricht dabei von Vergeltung für die seit mehr als vier Jahre andauernden Luftangriffe auf ukrainisches Gebiet und will damit vor allem die russische Energie-Infrastruktur treffen.
Die Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew über eine Beendigung des seit mehr als vier Jahren andauernden Kriegs sind festgefahren. Zudem gerieten die von den USA vermittelten Gespräche wegen des Iran-Kriegs in den Hintergrund. Moskau fordert den Rückzug ukrainischer Truppen aus der gesamten ostukrainischen Region Donezk, Kiew lehnt dies ab.