Unter Trump immer mehr Todesfälle im ICE-Gewahrsam
Die Zahl der Todesfälle im Gewahrsam der US-Einwanderungsbehörde ICE hat Menschenrechtsgruppen zufolge den höchsten Stand seit mehr als zehn Jahren erreicht. Der Anteil an der Gesamtzahl der ICE-Inhaftierten stieg von Jänner 2025 – dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump – bis Jänner 2026 um 140 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht von Human Rights Watch und Physicians for Human Rights hervorgeht.
Den Angaben zufolge war der Anteil der in Haft verstorbenen Menschen unter Trump fast viermal so hoch wie unter seinem Vorgänger Joe Biden. Insgesamt wurden zwischen Jänner 2025 und Juni 2026 dem Bericht zufolge 52 Todesfälle gemeldet, sieben davon waren Suizide. Viele Todesfälle sind demnach auf eine unzureichende medizinische Versorgung zurückzuführen.
Trump hatte sich ein hartes Vorgehen gegen Einwanderer auf die Fahnen geschrieben und tausende Migranten inhaftieren lassen.
“Anstatt Maßnahmen zu ergreifen, um diese Krise zu bewältigen und das Leben sowie die Gesundheit der Inhaftierten zu schützen, hat die Regierung ihre Energien darauf verwendet, immer mehr Menschen auf lange Zeit zu internieren”, sagte die Mitautorin Reagan Williams von Human Rights Watch der Nachrichtenagentur AFP.
Das US-Heimatschutzministerium, dem die Behörde ICE untersteht, bestritt, dass es einen Anstieg der Todesfälle gegeben habe. Die inhaftierten Migranten profitierten von einem “höheren Versorgungsstandard als in den meisten Gefängnissen, in denen US-Bürger inhaftiert sind”, erklärte das Ministerium. “Für viele illegal eingereiste Menschen ist das die beste medizinische Betreuung, die sie je in ihrem Leben erhalten haben.”