Unternehmenskäufe zogen im ersten Halbjahr wieder an

03.08.2026 • 06:00 Uhr
Unternehmenskäufe zogen im ersten Halbjahr wieder an

Inmitten geopolitischer Spannungen und anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheit ziehen die Unternehmensfusionen und -übernahmen (Mergers & Acquisitions) wieder an. Im ersten Halbjahr 2026 stieg die Zahl der Unternehmenskäufe mit österreichischer Beteiligung um 11 Prozent auf 131 Transaktionen, teilte das Beratungsunternehmen EY am Montag mit. Das veröffentlichte Transaktionsvolumen fiel dagegen von 17,3 Mrd. auf 5,6 Mrd. Euro.

Als Grund für den Rückgang beim Transaktionsvolumen nennt EY außergewöhnlich große Deals im Vorjahr, keineswegs sei es als Ausdruck eines zusammengebrochenen Marktes zu verstehen. So war das erste Halbjahr 2025 durch große Transaktionen wie die Milliardenfusion von OMV und Borouge oder den milliardenschweren Zukauf der Erste Group in Polen mit der Santander Bank Polska geprägt.

Auch 2026 ist mit größeren Deals zu rechnen. Zu den volumenstärksten Ankündigungen bisher zählen laut EY die Übernahme des irischen Finanzinstituts PTSB durch die BAWAG mit rund 1,6 Mrd. Euro, das Pflichtangebot der taiwanesischen Ennoconn Corporation für ausstehende Aktien der oberösterreichischen Kontron mit etwa 1,45 Mrd. Euro sowie der Bieterwettbewerb um die Addiko Bank. Während die höchsten Transaktionsvolumen auf die Finanzbranche entfallen, sind die meisten M&A-Deals dem Industriesektor zuzurechnen.

Ausländische Investoren zeigen wieder mehr Interesse an Österreich

Indes zeigen ausländische Investorinnen und Investoren wieder mehr Interesse an Österreich. So wurden EY zufolge heuer im ersten Halbjahr 55 Übernahmen österreichischer Unternehmen durch ausländische Käufer angekündigt, 14,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ausländische Direktinvestitionen machten rund 3,2 Mrd. des insgesamt 5,6 Mrd. Euro veröffentlichten Deal-Volumens aus. Das entspricht einem Anstieg um 2,3 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahr.

“Österreich bleibt für internationale Käufer:innen attraktiv – vor allem dort, wo Unternehmen technologisches Know-how, spezialisierte Industriekompetenz oder starke Marktpositionen mitbringen”, so Robert Hufnagel, Partner und Leiter M&A Advisory bei EY-Parthenon.

Österreichische Firmen kaufen wieder stärker im Ausland

Auch österreichische Unternehmen kaufen wieder stärker im Ausland zu. So kündigten heimische Firmen im ersten Halbjahr 52 Transaktionen im Ausland mit einem Deal-Volumen von rund 1,6 Mrd. Euro an, ein Plus von 14,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Deutschland blieb dabei mit 19 Transaktionen das wichtigste Zielland für österreichische Käufer. Dahinter folgten Italien mit vier Deals sowie Rumänien, Schweden und die USA mit jeweils drei Transaktionen.

Der M&A-Markt wird nach Einschätzung von EY auch in der zweiten Jahreshälfte stark von den makroökonomischen Rahmenbedingungen beeinflusst bleiben. Einen sprunghaften Anstieg bei den Fusionen und Übernahmen erwartet das Beratungsunternehmen nicht.