US-Handelsdefizit sackt auf tiefsten Stand seit 2009

Das von US-Präsident Donald Trump kritisch beäugte Handelsdefizit der Vereinigten Staaten ist im Oktober deutlich geschrumpft. Die Importe übertrafen die Exporte um 29,4 Milliarden US-Dollar, wie das Handelsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Damit ist das Defizit um 39 Prozent geringer als im Vormonat ausgefallen und hat den tiefsten Wert seit 2009 erreicht.
Analysten wurden von der Entwicklung überrascht. Sie hatten mit einem Anstieg des Defizits der Handelsbilanz auf knapp unter 59 Milliarden Dollar gerechnet. Zudem hat das Ministerium die Daten für September revidiert. Der Fehlbetrag lag demnach bei 48,1 Milliarden Dollar, nachdem zuvor 52,8 Milliarden gemeldet worden waren. Wegen der teilweisen Schließung von Bundesbehörden im vergangenen Jahr (“Shutdown”) sind die Daten mit einer Verzögerung veröffentlicht worden.
Die Importe verringerten sich im Oktober gegenüber dem Vormonat um 3,2 Prozent auf 331,37 Milliarden Dollar. Dagegen wuchsen die Exporte nur um 2,6 Prozent auf 302,02 Milliarden Dollar. Nach Einschätzung von Experten des britischen Analysehauses Capital Economics spielte ein deutlicher Rückgang der Pharmaimporte eine wichtige Rolle. Diese waren im September wegen angekündigter Zölle deutlich gestiegen, im Folgemonat dann aber wieder kräftig gesunken.
Erratische Zollpolitik Trumps brachte Schwankungen im US-Handel
Generell hat die erratische Zollpolitik der US-Regierung unter Präsident Donald Trump im vergangenen Jahr zu deutlichen Schwankungen im US-Handel geführt. Neben den Importen von pharmazeutischen Produkten spielte auch der Handel mit Gold eine wichtige Rolle bei der Bilanz des amerikanischen Außenhandels. Auch hier hatte es im vergangenen Jahr bei den Importen größere Schwankungen gegeben.