US-Missionar im Niger wieder frei
Ein im Vorjahr in der nigrischen Hauptstadt Niamey entführter US-Amerikaner ist wieder frei. Er sei nach neun Monaten in Geiselhaft wieder in Obhut der USA, teilte die Organisation Serving in Mission (SIM) am Freitag mit. “Kevin erfreut sich guter Gesundheit und wird von US-Beamten betreut”, hieß es. Er war für die christliche Organisation als Missionar in Afrika tätig. Er soll zeitweise auch mit einer Österreicherin gefangen gehalten worden sein, die immer noch entführt ist.
Eine offizielle Bestätigung für den Bericht über die Freilassung des Mannes gab es nicht. Der US-Bürger hatte als Pilot für SIM gearbeitet. Er wurde im vergangenen Oktober von drei Männern gekidnappt, als er auf dem Weg zum Flughafen von Niamey war. Er soll dann in die westliche Region Tillaberi gebracht worden sein, wo islamistische Terrorgruppen wie der Islamische Staat (IS) und Al-Qaida tätig sind.
Amerikaner wurde auch in Mali vermutet
Die Region Tillaberi grenzt an Mali und Burkina Faso. Dort sind ebenfalls islamistische Terroristen aktiv. Nach der Entführung veröffentlichte die US-Regierung eine Reisewarnung für den Niger. Der Missionar wurde zwischenzeitlich auch in Mali vermutet. Die genauen Umstände seiner Freilassung sind unklar.
Spekulationen zufolge wurde der US-Amerikaner mit der Österreicherin Eva G. gefangen gehalten. Sie war im Jänner 2025 in der nigrischen Wüstenstadt Agadez entführt worden. Im April 2025 wurde dann eine weitere Frau in dieser Stadt auf ähnliche Weise gekidnappt. Während von der Österreicherin und Schweizerin immer noch jede Spur fehlt, ist der US-Amerikaner nun frei.
Zur entführten Österreicherin gibt es indes keine Neuigkeiten. Aus dem Außenministerium hieß es am Freitag auf Anfrage, der im Jänner 2025 im Außenministerium eingerichtete Krisenstab “tagt weiterhin regelmäßig” und werde unterstützt durch den Sonderbeauftragten des Bundeskanzlers, Peter Launsky-Tieffenthal. In die Region entsandte Krisenteams würden “allen Hinweisen auch vor Ort mit Nachdruck nachgehen”. Man arbeite auch auf allen Ebenen mit den zuständigen Behörden und Sicherheitsdiensten in der Region, der EU und weiteren Partnern zusammen. “Die Sicherheit von Frau G. hat für uns oberste Priorität. Erfahrungen zeigen, dass derartige Entführungsfälle sehr komplex sind und ihre Lösung Zeit in Anspruch nehmen kann – was für alle Beteiligten, vor allem für die Familie von Frau G. eine große Belastung darstellt”, so das Außenministerium.