USA genehmigen Verkauf von 500 Patriot-Raketen an Ukraine

Die US-Regierung hat den Verkauf von 500 Patriot-Raketen des Typs PAC-3 an die Ukraine genehmigt. Das US-Außenministerium teilte am Freitag mit, der Verkauf habe einen geschätzten Wert von 2,1 Milliarden Dollar (1,89 Mrd. Euro). Die Finanzierung erfolgte den Angaben zufolge durch Beiträge von Kanada, Deutschland und Norwegen sowie durch ukrainische Eigenmittel, die über einen Kredit der EU finanziert wurden. Hauptauftragnehmer war der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Anfang der Woche erklärt, sein Land warte angesichts verstärkter russischer Angriffe auf die Infrastruktur seit fast einem Monat auf die Genehmigung der Raketenlieferungen. Er hatte die USA wiederholt aufgefordert, die Lieferungen vor dem Winter zu beschleunigen. Das Patriot-System gilt als die wirksamste Waffe gegen schnell fliegende ballistische Raketen.
Die Ukraine wird die Abfangraketen jedoch nicht kurzfristig erhalten. Waffenverkäufe benötigen üblicherweise mehrere Jahre bis zur vollständigen Auslieferung. Angesichts des dringenden ukrainischen Bedarfs an Luftverteidigungswaffen könnten die Patriot-Raketen jedoch schneller geliefert werden.
Im Juli vergab die US-Armee an Lockheed Martin einen Auftrag im Wert von bis zu 58,6 Milliarden US-Dollar zur Produktion von Patriot-Abfangraketen. Lockheed erklärte, der Vertrag ermögliche es dem Unternehmen, sein Versprechen einzulösen, die Produktionskapazität für PAC-3 MSE-Raketen bis Ende 2030 zu verdreifachen und die Zahl der Beschäftigten im Werk in Camden (Arkansas) um 50 Prozent von rund 1.200 auf etwa 1.850 zu erhöhen. Zuvor hatte das Unternehmen bereits angekündigt, die jährliche Produktion von Patriot-PAC-3-Abfangraketen auf 2.000 Stück zu steigern. Das Pentagon drängt Rüstungsunternehmen zudem, die Produktion deutlich zu beschleunigen.