Polizei: Mindestens 162 Tote nach Sturzflut in Nepal

27.08.2026 • 06:36 Uhr

Die Zahl der Toten nach der tödlichen Sturzflut im Himalaya in der Gebirgsregion in Nepal ist auf mindestens 162 gestiegen. Das berichtete die nepalesische Polizei in einem Beitrag auf der Online-Plattform X. 41 Verletzte wurden demnach in Krankenhäusern behandelt. Mehr als 1.300 Menschen werden außerdem laut Behördenangaben in Nepal und in China vermisst. Ausgelöst worden war die verheerende Sturzflut nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS von einem Gletscherabbruch.

Indes sind weitere chinesische Rettungskräfte in das Katastrophengebiet im Südwesten Tibets aufgebrochen. Wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete, erreichte ein Flugzeug mit 111 Experten der Feuerwehr aus Sichuan und Peking den Flughafen in Tingri. Mit Autos würden sie von dort noch fünf bis sechs Stunden zum von der Flut überspülten Grenzübergang Gyirong benötigen, hieß es weiter.

Mehr als 1.300 Vermisste

Wie das Staatsfernsehen weiter berichtete, erschwerten die großen Schlammmassen in dem Gebiet den Zugang für große Fahrzeuge. Allein in Nepal stieg Behördenangaben zufolge die Zahl der Vermissten auf 826. Auf chinesischer Seite wurden drei Tote und 558 Vermisste gemeldet. Am Vortag hatten die Behörden noch von 265 Vermissten gesprochen.

Unklar blieb weiterhin das Schicksal Hunderter vermisster nepalesischer und ausländischer Touristen. Die australische Regierung erklärte, dass auch 34 Australier vermisst werden. Das Gebirge an der Grenze zwischen Zentralnepal und dem Südwesten Tibets gilt als beliebtes Wandergebiet.

Gletscherbruch war Ursache

Auslöser der verheerenden Sturzflut war nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS ein Gletscherabbruch. Die USGS, die zunächst ein Erdbeben als Ursache für das Unglück vermutet hatte, erklärte am Donnerstag, die gemessene seismische Aktivität sei auf die abgehende Eis- und Gerölllawine zurückzuführen gewesen.

Am Mittwochmorgen hatte die USGS zunächst ein Erdbeben der Stärke 4,4 nahe der Grenze zwischen Nepal und China gemeldet. Am Donnerstag erklärte sie dann, in der Grenzregion habe sich am Mittwoch um 8.37 Uhr Ortszeit “ein seismisches Ereignis der Stärke 5,2 ereignet”. Weitere Analysen hätten ergeben, dass es dabei nicht um ein Erdbeben gehandelt habe, sondern um einen Gletscherabbruch mit anschließender Eis- und Gerölllawine und “katastrophalen Folgen”.

Auch das Internationale Zentrum für integrierte Bergentwicklung (Icimod) in Kathmandu geht davon aus, dass eine Lawine aus Eis und Geröll von einem Gletscher die Sturzflut auslöste. Die Lawine habe erst den Fluss Lhende blockiert und dann die gigantische Flutwelle freigesetzt, sagte der Icimod-Experte Saswata Sanyal.

US-Regierung sagt Hilfe zu

Die US-Regierung will Betroffene mit Notunterkünften, frischem Wasser und anderen Hilfsgütern unterstützen. Insgesamt belaufe sich die Katastrophenhilfe auf 500.000 US-Dollar (rund 430.000 Euro), teilte das Außenministerium mit. Ein Berater für Katastrophenhilfe sei in die Region entsandt worden, um den Hilfseinsatz zu unterstützen. “Die Vereinigten Staaten sprechen den Familien und Angehörigen derjenigen, die bei den verheerenden Sturzfluten im nepalesischen Bezirk Rasuwa ihr Leben verloren haben, ihr tiefstes Beileid aus”, hieß es weiter.