VKI warnt vor Henna-Sommersprossen

04.11.2026 • 05:00 Uhr

Um künstliche Sommersprossen (“Fake Freckles”) tobt auf Social Media ein Hype, die “Fake Freckles” gelten als Beauty-Trend. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) warnt hingegen vor der Anwendung von Henna-Produkten auf der Haut. Eine Überprüfung von drei online gekauften Erzeugnissen zeigte zudem erhebliche rechtliche und kennzeichnungsbezogene Mängel. Das Bundesamt für Verbrauchergesundheit wurde verständigt.

Natürliches Henna werde vielfach für unbedenklich gehalten. Der färbende Inhaltsstoff Lawsone ist in der EU jedoch nicht als Farbstoff für kosmetische Mittel zur Anwendung auf der Haut erlaubt. “Henna darf zwar unter bestimmten Voraussetzungen als Haarfärbemittel verwendet werden, für Sommersprossen oder andere Hautbemalungen existiert jedoch keine entsprechende Zulassung”, betonte der VKI.

Noch problematischer sei “Black Henna”. Für die schwarze Färbung werden Farbstoffe zugesetzt, häufig Para-Phenylendiamin (PPD). Diese Substanz kann bereits nach einmaligem Kontakt Allergien auslösen und zu lebenslangen Sensibilisierungen führen, warnten die Konsumentenschützer. “Für die Anwendung auf der Haut ist PPD in der EU nicht zugelassen. Produkte mit ‘Black Henna auf PPD-Basis’ für Hautbemalungen dürfen daher nicht verkauft werden”, sagte Birgit Schiller, Kosmetik- und Chemikalien-Expertin des Vereins.

Mangelhafte Erzeugnisse im Online-Handel

Der VKI überprüfte drei über Amazon angebotene Produkte: “Golecha Henna Tube Schwarz für Körperbemalung, PPD-frei”, “Golecha Henna-Kegel, rotbraun” sowie das “Henna Tattoo Temporäre Tattoo Natürliche Kegel”-Set. Alle drei wurden für die Anwendung auf der Haut beworben. Bei allen fehlten wichtige gesetzlich vorgeschriebene Angaben. So waren etwa Inhaltsstofflisten unvollständig oder gar nicht vorhanden, Füllmengen fehlten. Ob das untersuchte schwarze Henna tatsächlich “Black Henna” war, ließ sich aufgrund der mangelhaften Deklaration nicht feststellen.

Es lasse sich nicht verhindern, dass Henna-Produkte als Haarfärbemittel verkauft, aber für künstliche Sommersprossen oder andere Hautbemalungen zweckentfremdet werden. Der VKI rät aber deutlich davon ab: Die Sicherheit “wurde für eine dauerhafte Anwendung auf der Gesichtshaut nicht bewertet, gesundheitliche Risiken können daher nicht ausgeschlossen werden”, warnte Schiller. Für künstliche Sommersprossen sollte man besser auf dafür entwickelte Kosmetikprodukte zurückgreifen, etwa Sommersprossenstifte aus Drogeriemärkten.