Vorfall an britischer Militärbasis – fünf Terrorverdächtige
Gegen fünf Männer, die außerhalb des von der US-Luftwaffe genutzten britischen Militärstützpunkts RAF Fairford festgenommen wurden, besteht laut der Nachrichtenagentur PA Terrorverdacht. Sie werden demnach der Vorbereitung eines terroristischen Anschlags verdächtigt. Außerdem wird gegen die Männer wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt. US-Präsident Donald Trump sagte, die Männer hätten “großen Schaden” anrichten wollen.
Sie waren festgenommen worden, nachdem der Polizei in der Nacht zum Sonntag drei verdächtige Fahrzeuge aufgefallen waren, die in Richtung des Luftwaffenstützpunkts unterwegs waren. Mehrere britische Medien übertrugen später Luftaufnahmen von einem Roboter für die Entschärfung von Bomben auf einer Landstraße, der sich auf mehrere Lieferwagen zu bewegte. Experten für die Entschärfung von Bomben würden “mehrere Fahrzeuge untersuchen”, teilte die Polizei mit.
Trump: Wollten “großen Schaden” anrichten
Die Männer wollten nach Angaben von US-Präsident Donald Trump “großen Schaden” anrichten. Die Festnahme sei großartig gewesen, sagte Trump vor Reportern in Chicago. Der US-Präsident lobte dabei auch die Zusammenarbeit mit Großbritannien. “Wir hatten sie schon lange im Blick und haben sie geschnappt”, sagte er über die Verdächtigen.
Anrainer mussten Häuser verlassen
Die Hintergründe des Vorfalls sind bisher nicht bekannt. “Wir befinden uns in einem frühen Stadium der Ermittlungen”, sagte eine Sprecherin der britischen Anti-Terror-Polizei laut PA. Der britische Premierminister Andy Burnham werde laufend über die Lage informiert. Um den Stützpunkt wurde eine 400-Meter-Sperrzone eingerichtet, Anrainer aus etwa 85 Haushalten in der Nähe des Luftwaffenstützpunkts in Gloucestershire mussten ihre Häuser verlassen. Auch an anderen von den USA genutzten Stützpunkten wie RAF Lakenheath im Osten Englands wurden die Sicherheitsvorkehrungen Augenzeugen zufolge mit gepanzerten Fahrzeugen und Soldaten erhöht, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.
US-Langstreckenbomber nach Fairford verlegt
Erst im März hatten die US-Streitkräfte Langstreckenbomber an die RAF-Basis Fairford verlegt. Das Verteidigungsministerium in London hatte in dem Zusammenhang bestätigt, dass die USA britische Stützpunkte für “spezifische Verteidigungsoperationen” im Iran-Krieg nutzten. Die US-Nutzung war zu Beginn des Krieges hitzig diskutiert worden.
Im Juli hatte Großbritannien erklärt, die Streitkräfte seien bereit, das Land vor jedem Angriff zu schützen, nachdem die iranischen Revolutionsgarden davor gewarnt hatten, US-Bombern Startrechte in Fairford einzuräumen. Jeder Stützpunkt, der für Angriffe genutzt werde, sei ein legitimes Ziel.
Die britische Regierung ist zudem zunehmend besorgt über mögliche Sabotageakte und Cyberangriffe durch Russland und hatte Betreiber kritischer Infrastruktur entsprechend gewarnt. Die Regierung in Moskau weist Vorwürfe hybrider Angriffe auf westliche Staaten zurück. Im Juni 2025 war zudem die Protestgruppe Palestine Action in einen britischen Militärflugplatz in Zentralengland eingedrungen. Die Gruppe wurde inzwischen als terroristische Organisation eingestuft.