Vulkanausbruch legt Flugverkehr in Jakarta lahm

06.09.2026 • 08:46 Uhr
Vulkanausbruch legt Flugverkehr in Jakarta lahm

Ein Ausbruch des indonesischen Vulkans Anak Krakatau hat am Sonntag zur Schließung von fünf Flughäfen geführt. Hunderte Flüge am Hauptflughafen von Jakarta waren betroffen. Wegen der Vulkanasche werde der Betrieb am Soekarno-Hatta International Airport bis 13.30 Uhr Ortszeit ausgesetzt, teilte der Flughafen mit. Hunderte Passagiere saßen daraufhin fest.

Dem Flughafenbetreiber Angkasa Pura zufolge waren 301 Flüge betroffen, darunter 58 internationale Verbindungen. Singapore Airlines teilte mit, die Flüge von und nach Jakarta seien für den Rest des Tages gestrichen worden. Der Vulkan, der auf einer Insel auf halbem Weg zwischen den Inseln Java und Sumatra liegt, bricht seit Freitagabend aus.

Die Aschewolke erreichte der Wetterbehörde BMKG zufolge auf der Java-Seite des Vulkans eine Höhe von 6.000 Metern und auf der Sumatra-Seite von 15.000 Metern. Die Katastrophenschutzbehörde BNPB kündigte an, am Sonntag eine Maßnahme zur Wetterbeeinflussung vorzunehmen, die auch eine Wolkenimpfung umfassen könnte, um Regen auszulösen. “Wenn es stark genug regnet, wird die Vulkanasche, die seit gestern und auch heute noch unser tägliches Leben stört, schnell weggespült”, sagte der Leiter der BNPB, Suharyanto, auf einer Pressekonferenz. Ein Sprecher der Behörde rief die Bevölkerung auf, bei Ascheregen Masken und Augenschutz zu tragen, Aktivitäten im Freien zu reduzieren und beim Autofahren vorsichtig zu sein.

Am Flughafen von Jakarta strandeten zahlreiche Reisende. Der 58-jährige Suhardi sagte der Nachrichtenagentur Reuters, er habe gehofft, einen Anschlussflug für eine Geschäftsreise zu erreichen. “Ich dachte, der Flug von Jakarta nach Samarinda wäre noch verfügbar – anscheinend ist er auch gestrichen.” Der 21-jährige Franzose Eloan Tasset sagte, er habe eine Nachricht über die Verspätung seines Urlaubsfluges erhalten. Es sei jedoch unklar, wie lange die Verzögerung dauern werde. Der Flughafenbetreiber erklärte, er stelle in Abstimmung mit den Fluggesellschaften Lebensmittel, Erfrischungen und Busse zu Hotels bereit.

Am Feuerring gelegen

Der Fährverkehr in der Sundastraße lief nach Angaben des indonesischen Verkehrsministeriums normal weiter. Schiffe wurden jedoch aufgefordert, mindestens drei Kilometer Abstand zum Krater des Anak Krakatau zu halten. Bereits am Samstag hatten mehrere Schulen ihre Aktivitäten abgesagt, nachdem Schüler und Anrainer über Augenreizungen durch die Asche geklagt hatten, wie das örtliche Medium Kompas berichtete. Fischer stellten demnach ihre Fahrten ein.

Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, wo Erdbeben und Vulkanausbrüche häufig sind. Für den Anak Krakatau gilt seit dem 2. Juli die zweithöchste Warnstufe drei. Die Katastrophenschutzbehörde teilte mit, es bestehe keine unmittelbare Gefahr eines Tsunamis durch den Vulkanausbruch. Im Jahr 2018 hatte ein durch einen Ausbruch des Anak Krakatau ausgelöster Tsunami mehr als 400 Menschen auf Java und Sumatra getötet.

Der Name Anak Krakatau bedeutet “Kind des Krakatau”. Der Vulkan entstand vor einem Jahrhundert in dem Gebiet, das einst der Vulkan Krakatau einnahm. Dieser hatte sich 1883 bei gewaltigen Eruptionen selbst zerstört, bei denen durch eine Reihe von Tsunamis mehr als 36.000 Menschen ums Leben kamen.