Wagner entschuldigt sich für Friedman-Ausladung

03.07.2026 • 15:12 Uhr
Wagner entschuldigt sich für Friedman-Ausladung

Die Intendantin der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner, begründet die Absage einer Gedenkveranstaltung mit Michel Friedman mit einem “hausintern erheblichen Kommunikationsdefizit” und spricht von einer “fatalen Fehleinschätzung”. Im “SZ”-Interview sagte sie: “Bitte verstehen Sie, wenn ich dazu nicht mehr sagen will, außer: Ich trage als Leiterin dieser Festspiele die Verantwortung.” Sie fügte hinzu: “Das alles tut mir von Herzen leid”.

Dass es zur – vorübergehenden – Absage und Ausladung kam, erklärt die 48 Jahre alte Festspiel-Chefin so: “Unser kaufmännischer Geschäftsführer hatte alle noch nicht veröffentlichten Veranstaltungen unter dem Eindruck der vielen sich zuspitzenden internationalen Krisen zunächst abgesagt, auch diese.” Sie betont: “Ich selbst wollte am Gedenkkonzert mit Herrn Friedman selbstverständlich festhalten, was schließlich auch gelungen ist. Rückblickend hätten wir aber bereits damals auf Herr Friedman zugehen und ihn informieren müssen.” Die Sicherheitsbedenken, mit denen die Veranstaltung abgesagt worden seien, seien Festspiel-interne Bedenken gewesen, keine behördlichen.

Friedman hatte Ausladung öffentlich gemacht

Die Festspiele hatten Schlagzeilen damit gemacht, dass Friedman zu einer Gedenkveranstaltung für während der NS-Zeit verfolgte jüdische Musiker erst ein- und dann wieder ausgeladen wurde. Der 70-Jährige selbst machte den Vorgang und seine Empörung darüber öffentlich. Nachdem die kritischen Stimmen tagelang lauter wurden, ruderten die Festspiele zurück. Die Gedenkfeier soll nun doch am 26. Juli, vor der Premiere der Richard-Wagner-Oper “Rienzi” im Bayreuther Friedrichsforum stattfinden – allerdings ohne den Dirigenten Christian Thielemann.

“Diese Veranstaltung muss in der Eröffnungswoche stattfinden, wenn Bayreuth im Fokus der medialen Aufmerksamkeit steht”, sagte Wagner der “SZ”. Sie habe Friedman angefragt, “weil ich uns nicht nur hochleben lassen wollte”. Zwar seien 150 Jahre Festspielgeschichte ein Grund zum Feiern. “Zugleich bin ich mir der kritischen Geschichte bewusst, die dieses Haus und die Familie Wagner mit sich bringen. Ich erwarte eine sehr kritische Rede von Herrn Friedman. Wenn ich es nur cosy haben wollte, hätte ich ihn nicht eingeladen.”