Waldbrand in Niederösterreich unter Kontrolle

15.08.2026 • 16:49 Uhr

Der Großbrand im Föhrenwald in St. Egyden am Steinfeld (NÖ-Bezirk Neunkirchen) war am Samstag weiter unter Kontrolle. Von “Brand aus” könne zwar noch keine Rede sein, aber: “Es schaut einmal gut aus”, betonte Patrik Lechner vom Bezirksfeuerwehrkommando am Nachmittag gegenüber der APA. Rund 250 Feuerwehrmitglieder waren am Samstag mit Nachlöscharbeiten beschäftigt, spürten Glutnester auf und löschten sie.

Die Zahl der Einsatzkräfte dürfte zum Abend hin bereits deutlich reduziert werden können. Der Bezirksführungsstab wird laut Feuerwehr um 18.00 Uhr aufgelöst. Danach können auch die zur Unterstützung hinzugezogenen Einheiten abziehen und die örtlichen Feuerwehren bleiben über Nacht an Ort und Stelle.

Nacht auf Samstag ruhig, “aber keineswegs entspannt”

Schon die Nacht auf Samstag verlief nach Angaben des Bezirksfeuerwehrkommandos ruhig, “aber keineswegs entspannt”. Untertags halfen dann Einheiten des Katastrophenhilfsdienstes aus den Bezirken Lilienfeld und Tulln sowie der Sonderdienst Waldbrand bei der Brandbekämpfung. Hubschrauber waren nicht mehr im Einsatz, weil es hauptsächlich um das Aufspüren und Ablöschen von Glutnestern ging, sagte Klaus Stebal vom Landesfeuerwehrkommando auf APA-Anfrage. “Das ist Knochenarbeit.”

Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) machte sich am Samstag an Ort und Stelle ein Bild von der Lage. Er bedankte sich bei den Einsatzkräften und betonte: “Jetzt stehen langwierige Nacharbeiten bei den Glutnestern an.” Die Waldbrandgefahr im Land bleibe hoch und der laufende Einsatz zeige, wie schnell ein großflächiger Brand entstehen könne. An die Bevölkerung appellierte Pernkopf deshalb: “Bitte vermeiden wir gemeinsam alles, was die Gefahr steigert.”

64 Hektar betroffen

Der Großbrand im Föhrenwald war Freitagmittag ausgebrochen und hatte einen Großeinsatz mit über 830 Feuerwehrmitgliedern und elf Hubschraubern erforderlich gemacht. Rund 64 Hektar waren laut Feuerwehr betroffen. Die Katastralgemeinde Neusiedl am Steinfeld wurde kurzzeitig evakuiert, weil sich die Flammen in Richtung ihrer Häuser ausbreiteten. Die rund 250 Betroffenen konnten am Abend aber wieder zurück nach Hause. Das Feuer wurde gegen 18.00 Uhr unter Kontrolle gebracht.

Fünf Einsatzkräfte der Feuerwehr mussten medizinisch an Ort und Stelle versorgt werden, teilte Notruf Niederösterreich in einer Aussendung mit. Vonseiten des Bezirkskommandos hieß es, dass vier Mitglieder leicht verletzt wurden. Die Ursache für das Feuer stand vorerst nicht fest. Betroffen sei ein anderes Gebiet als beim Feuer in der Vorwoche, so Stebal.

Erst in der Vorwoche großer Waldbrand

Die Feuerwehr appellierte an die Bevölkerung, das Gebiet großräumig zu meiden. Zufahrts- und Einsatzwege müssen “jederzeit freigehalten werden”, wurde betont. “Wer sich unnötig dem Einsatzgebiet nähert, behindert nicht nur die Arbeit der Einsatzkräfte, sondern bringt auch sich selbst in Gefahr”, lautete die Warnung.

Erst vergangene Woche hatte sich ein Feuer im Föhrenwald auf rund 100 Hektar ausgedehnt. Die Flammen waren in der Vorwoche am Mittwochnachmittag ausgebrochen, es dauerte bis Sonntagabend, ehe “Brand aus” gegeben wurde. Hunderte Feuerwehrleute standen im Einsatz. Verursacht worden sein soll der Brand nach Ermittlungen der Polizei durch Phosphor in Munitionsteilen einer Ende des Zweiten Weltkrieges gesprengten Fabrik. Das Feuer zählt zu den größten in Niederösterreich in den vergangenen Jahren.