Weiter Ermittlungen um tote Schweine im Bezirk Amstetten

12.08.2026 • 20:41 Uhr

Im Fall jenes Mastbetriebes im Bezirk Amstetten, in dem hunderte verendete Schweine gefunden worden waren, sind die Ermittlungen am Mittwoch weitergelaufen. Auf dem Hof waren im Vorjahr 55 Tiere wegen einer kaputten Lüftungsanlage erstickt, sagte Niederösterreichs Landesveterinärdirektorin Christina Riedl laut ORF. Heuer im Juli wurden 400 tote Schweine entdeckt. 1.000 weitere fehlen. Kannibalismus wurde nicht ausgeschlossen. Die Behörden wiesen ein Versagen zurück.

Über 6.000 Kontrollen werden laut Riedl in Niederösterreich auf landwirtschaftlichen Betrieben jährlich durchgeführt. Insgesamt gebe es rund 36.000 Unternehmen. Vorgegangen werde nach einem allgemeinen, jährlich erarbeiteten, Kontrollplan. Größere Betriebe, jene mit mehreren unterschiedlichen Tierarten oder jene, bei denen es in der Vergangenheit bereits Auffälligkeiten gegeben hatte, werden laut Riedl öfter stichprobenartig überprüft. Dazu kommen noch Verdachtskontrollen.

Neues Kontrollsystem gefordert

Eine Amtstierärztin sei im Vorjahr vor Ort gewesen. Weil die Lüftung bei dem Besuch am 13. Mai 2025 bereits repariert war, habe es keinen Anlass für eine erneute Kontrolle gegeben, erklärte Riedl laut ORF. Zunächst hatte sie von 150 erstickten Tieren gesprochen, diese Zahl wurde später korrigiert. Ein Versagen seitens der Behörde sehe sie nicht, so Riedl. Der Landwirt habe den Mangel behoben und somit habe der Betrieb nicht mehr als auffällig gegolten. In Aussicht gestellt wurde eine interne Aufarbeitung des aktuellen Falls.

Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) kündigte für Donnerstagvormittag eine Mahnwache vor dem Mastbetrieb sowie eine Demonstration vor der Bezirkshauptmannschaft Amstetten an. Der Verein Pfotenhilfe kritisierte in einer Aussendung einen “eklatanten Mangel an Tierschutzkontrollen in Österreich” und forderte ein neues Haltungs- und Kontrollsystem.

Fall “äußerst bedrückend”

Der Fall aus dem Bezirk Amstetten sei für sie “äußerst bedrückend”, sagte Riedl. Nach Beschwerden über Verwesungsgeruch waren in dem Betrieb am 24. Juli laut Polizei 400 verendete bzw. zum Teil bereits verweste Schweine entdeckt worden. 88 Tiere lebten noch und wurden auf umliegende Betriebe aufgeteilt. Die Auswertung der An- und Verkaufslisten ergab einen “Fehlbestand von etwa 1.000 Tieren”. Aufgrund von in dem Betrieb aufgefundenen Knochen könne Kannibalismus nicht ausgeschlossen werden.

Der Landwirt, der den Hof im Mostviertel alleine geführt hatte, dürfte psychische Probleme gehabt und die Schweine seit mehreren Monaten nicht gefüttert haben. Er wird wegen Tierquälerei der Staatsanwaltschaft St. Pölten angezeigt. Der Betrieb wurde behördlich geschlossen. Weitere Konsequenzen sowie ein Tierhalteverbot werden laut Bezirkshauptmannschaft geprüft.