Weitere Finanzierung von Alkoholtherapien in Wien gefordert

Die Wiener Betriebe Dialog, Suchthilfe Wien sowie die Sucht- und Drogenkoordination Wien machen gegen den Ausstieg der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) aus der Finanzierung eines Projekts für alkoholerkrankte Menschen mobil. Der Suchtbereich stehe vor einer Verschlechterung der Versorgungslage im Bereich Rehabilitation, hieß es am Freitag in einer Aussendung. Kommenden Donnerstag soll um 9.00 Uhr vor der PVA-Generaldirektion in Wien-Brigittenau eine Kundgebung stattfinden.
Die PVA war mit Jahresbeginn aus dem Projekt “Alkohol. Leben können.” ausgestiegen, welches sie laut Aussendung der Suchthilfeeinrichtungen maßgeblich mitfinanziert hatte. Durch das Projekt konnten Menschen mit einer Alkoholerkrankung niederschwellig und nachhaltig erreicht werden, hieß es. Bereits in den vergangenen Monaten seien Unterstützungsangebote reduziert worden. Der aktuelle Rückzug bezüglich Rehamaßnahmen im Alkoholbereich verschärfe die Situation zusätzlich, so die Kritik der Suchthilfeeinrichtungen. Konkret bedeute das für Betroffene etwa weniger Therapieplätze, längere Wartezeiten und schlechtere Chancen auf Stabilisierung.
Wiederaufnahme der Finanzierung gefordert
Die Einrichtungen warnten davor, dass sich die durch Kürzungen herbeigeführten Versorgungslücken in höherem Arbeits- und Kostenaufwand im Gesundheitssystem niederschlagen würden. Sie forderten unter anderem die Wiederaufnahme der Finanzierung von Alkoholtherapien und eine nachhaltige Absicherung von Suchthilfe- und Rehabilitationsangeboten. Betont wurde, dass die PVA nicht allein für die aktuelle Entwicklung verantwortlich ist, aber dennoch Mitverantwortung für die Folgen trage.
( S E R V I C E – Kundgebung am Donnerstag, 11.06.2026 um 9.00 Uhr in der Webergasse 4, 1200 Wien )