Wenger geht auf Distanz zu FIFA-Chef Infantino

FIFA-Funktionär und Ex-Startrainer Arsene Wenger ist auf Distanz zu Weltverbandschef Gianni Infantino gegangen. Den umstrittenen Investorendeal fallen zu lassen, sei “absolut notwendig” gewesen, sagte der Franzose, der von den Plänen nichts gewusst habe. “Ich war an diesem strategischen Plan nicht beteiligt und habe erst durch Medienberichte von dem Projekt erfahren.” Ex-FIFA-Boss Sepp Blatter brachte indes die Norwegerin Lise Klaveness als Infantino-Nachfolgerin ins Spiel.
Wenger ist bei der FIFA als Direktor für die globale Fußball-Entwicklung tätig. Seine Stellungnahme erfolgte, nachdem sein Name in einem Schreiben der Anwälte der Europäischen Fußball-Union an Infantino aufgetaucht war. Darin hatte die UEFA die FIFA aufgefordert, die Daten und die Kommunikation von 18 Führungskräften als potenzielle Beweismittel zu sichern. Infantino wollte Anteile an den Premium-Produkten des Weltverbandes an private Investoren verkaufen und damit Milliarden lukrieren. Die FIFA wies indes Berichte über Anrufe von Infantino bei US-Präsident Donald Trump und dessen Kabinett nach den gescheiterten Investorenplänen zurück. “Das ist frei erfunden”, erklärte die FIFA-Medienabteilung.
Derweil meldete sich Infantino-Vorgänger Blatter zu Wort und sprach sich für Norwegens Verbandschefin an der Spitze der FIFA aus. “Lise Klaveness verdient größten Respekt. Sie war die Einzige, die stets klar Stellung bezogen und sich nicht dem Mainstream angeschlossen hat. Und bei der FIFA ist die Zeit reif dafür, dass eine Frau die Führung übernimmt”, schrieb Blatter (90) bei X. Klaveness ist eine kritische Stimme im Weltfußball und hatte sich unter anderem im Fall Folarin Balogun, dessen Rotsperre bei der WM nach Intervention von Trump aufgehoben worden war, zu Wort gemeldet. Die FIFA-Wahl findet am 18. März 2027 in Marokko statt. Kandidaten müssen bis zum 18. November ihre Bewerbung einreichen.