Wildberries-Lagerhalle in Jekaterinburg angegriffen

07.08.2026 • 20:55 Uhr

In der Ukraine und Russland hat es in der Nacht auf Freitag erneut gegenseitige Angriffe gegeben. Ein Logistikzentrum des führenden russischen Online-Händlers Wildberries geriet in der Millionenstadt Jekaterinburg am Ural nach einem Angriff in Brand. Ein russischer Drohnenangriff löste wiederum in Balakija, in der ostukrainischen Region Charkiw, ein Feuer in den Lagerhallen eines Agrarunternehmens aus.

Russland hat nach eigenen Angaben erneut Frachtschiffe mit Rüstungsgütern für das ukrainische Militär angegriffen. Drei Schiffe seien im Schwarzen Meer getroffen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Insgesamt wurden diese Woche 34 Schiffe des Kriegsgegners angegriffen. Die russischen Streitkräfte greifen verstärkt Frachter an, die nach Darstellung Russlands militärische Güter in die Ukraine bringen. Unabhängig überprüfen lassen sich solche Angaben nicht.

Tote und Verletzte durch Raketentreffer

Durch russischen Raketenbeschuss sind indes zwei Menschen in der Stadt Isjum in der Ostukraine getötet worden. Vier weitere seien verletzt worden, teilte der Gouverneur des Gebiets Charkiw, Oleh Synjehubow, bei Telegram mit. Ein ausgebrochener Brand auf 400 Quadratmetern werde gelöscht. Das russische Militär setzte nach Angaben der Militärverwaltung von Isjum Mehrfachraketenwerfer mit der für Zivilisten besonders gefährlichen Streumunition ein.

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim wurden nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen getötet. Bei der Attacke auf einen Wohnblock in der Stadt Kertsch habe es auch einen Verletzten gegeben, teilte der von Moskau eingesetzte Statthalter, Sergej Aksjonow, bei Telegram mit. 

Isjum ist etwa 30 Kilometer von der Frontlinie entfernt. Die Stadt stand 2022 nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine für mehrere Monate unter russischer Kontrolle und wurde im September 2022 befreit. Im benachbarten Gebiet Sumy wurden bei einem Drohnenangriff auf einen Markt zehn Menschen verletzt.

Laut dem russischen Verteidigungsministerium nahmen die Streitkräfte die Siedlung Anyschtyschne in der ukrainischen Region Charkiw ein.

In der Südukraine traf eine russische Attacke das Fußballstadion “Tschornomorez” des gleichnamigen Erstligisten im Zentrum der Hafenstadt Odessa. Einen Tag vor einem Pokalspiel wurde ein Loch ins Stadiondach gerissen, die Tribüne wurde beschädigt. Nach Angaben der Gebietsverwaltung wurde eine Frau verletzt. Zuvor hatte die ukrainische Luftwaffe vor russischen Raketen gewarnt.

Russischer Angriff auf Öl- und Erdgasanlagen

Russland hat in der Nacht nach Angaben des staatlichen ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz sieben Öl- und Erdgasförderanlagen im Osten des Landes attackiert. Moskau greife den Sektor systematisch an, um der Infrastruktur vor dem Winter größtmöglichen Schaden zuzufügen, erklärt Interims-Firmenchef Serhij Fedorenko. Es handle sich um einen der schwersten Schläge der vergangenen Monate gegen Standorte der Naftogaz-Tochter Ukrnafta. Dabei sei wichtige Ausrüstung beschädigt worden.