Wohnungsmarkt kam 2025 in Schwung

Der heimische Immobilienmarkt ist 2025 nach Jahren gebremster Nachfrage wieder in Schwung gekommen. Mit einem Anstieg von 18 Prozent gegenüber dem Jahr davor legten die Wohnimmobilienverkäufe so stark zu wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr, geht aus dem aktuellen Deloitte Property Index hervor. Vor allem gebrauchte Immobilien waren demnach gefragt. Der Quadratmeterpreis für Neubauwohnungen lag im bundesweiten Schnitt bei 5.199 Euro.
Damit rangierte Österreich unter den im Property Index untersuchten 25 europäischen Ländern auf Platz vier – hinter Luxemburg (9.160 Euro), Tschechien (5.412 Euro) und Deutschland (5.200 Euro). “Im Neubausegment bewegen sich die Transaktionen allerdings noch unter dem langjährigen Durchschnitt”, erklärte Gabriele Etzl, Partnerin und Immobilienexpertin bei Deloitte Legal. Die Preise für Neubauwohnungen stiegen in Österreich im abgelaufenen Jahr um 2,9 Prozent. In Kroatien, der Slowakei und Ungarn hingegen hätten sie zweistellig zugelegt.
Weiterer Preisdruck zeichnet sich ab
“Die anziehende Nachfrage könnte den Preisdruck in Österreich allerdings verstärken, wenn das Wohnungsangebot nicht entsprechend wächst”, betonte Etzl. 2025 sei die Zahl der Baubewilligungen für neue Wohnbauten hierzulande um weitere 7,1 Prozent gesunken und habe den niedrigsten Stand seit 2010 erreicht. “Mehr Käufe bedeuten noch keine Entspannung am Wohnungsmarkt.” Die niedrigen Bewilligungszahlen dürften sich laut Etzl auch 2027 noch bei den Fertigstellungen bemerkbar machen.
Im europäischen Vergleich blieben Österreichs größte Städte, allen voran Wien, im abgelaufenen Jahr “zwar teuer, allerdings dennoch relativ leistbar”. Auch Wiener Bestandsmieten würden mit im Schnitt 11,10 Euro pro Quadratmeter deutlich unter jenen vieler europäischer Metropolen liegen. Auch Graz (11,60 Euro) und Linz (12,30 Euro) waren teurer als die Bundeshauptstadt.
Die Werte beziehen sich auf Bestandsmieten – im Neubausegment ist das Mietpreisniveau auch in Österreich höher. Wesentlich mehr als hierzulande kostet das Wohnen unter anderem in Luxemburg mit 45,40 Euro pro Quadratmeter, Paris mit 31,20 Euro und Barcelona mit 30,90 Euro. Der Vergleich bezieht sich laut Deloitte auf durchschnittliche Bestandsmieten und lässt daher keine direkten Rückschlüsse auf die Kosten bei einer Neuanmietung zu.
Vergleichsweise niedrige Mieten als Standortvorteil
“Wien liegt bei den Mietpreisen deutlich unter vielen europäischen Großstädten – das ist ein wichtiger Standortvorteil”, hielt Etzl fest. Damit dieser langfristig erhalten bleibe, brauche es “ausreichend neuen Wohnraum und Rahmenbedingungen, die Investitionen in zusätzlichen Wohnraum ermöglichen”.
Der durchschnittliche Kaufpreis für eine Neubauwohnung lag in Wien im abgelaufenen Jahr bei 6.711 Euro pro Quadratmeter – im bekannt hochpreisigen München waren es 11.200 Euro, in Amsterdam 8.650 Euro und in Barcelona 8.037 Euro. Auch Graz (mit 3.935 Euro) und Linz (mit 4.655 Euro) waren laut Deloitte “vergleichsweise erschwinglich”.