Zahlreiche Tote bei Angriffen in Provinz Taiz im Jemen

Im Jemen sind bei Angriffen auf die westliche Provinz Taiz zahlreiche Menschen getötet worden. Die pro-iranische Houthi-Miliz sprach am Freitag von 20 getöteten und zehn weiteren verletzten Zivilisten – und machte das Militär Saudi-Arabiens verantwortlich. Behörden der jemenitischen Zentralregierung beschuldigten hingegen die Houthis des Angriffs. Nach Angaben der Houthis beschossen saudi-arabische Kampfflugzeuge den Gemüsemarkt in der Stadt Al-Wasiyya mit mehreren Raketen.
Von der jemenitischen Regierung hieß es hingegen, es habe keinerlei Luftangriffe des Militärs dort gegeben. Die Provinz Taiz ist ein bedeutender Schauplatz der Kämpfe im Jemen. Kämpfer der Houthi-Miliz haben die gleichnamige Provinzhauptstadt seit Anfang Oktober umzingelt und blockieren somit die Straße, die Taiz mit Aden verbindet – dem Sitz der von Saudi-Arabien unterstützten, international anerkannten jemenitischen Regierung.
Nahrungsmittel und Medikamente werden knapp
Erst am Mittwoch war es dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) nach eigenen Angaben erstmals seit Wochen wieder gelungen, medizinische Hilfsgüter in die Stadt zu bringen. Nach Angaben des Auswärtigen Amts sind dort derzeit mehr als 800.000 Menschen eingeschlossen. Nahrungsmittel und Medikamente würden dort knapp.
Nach vier Jahren relativer Ruhe waren die Kämpfe zwischen den Huthis und der jemenitischen Regierung im Juli wieder aufgeflammt. Eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition unterstützt die jemenitischen Regierungstruppen in ihrem Kampf gegen die Houthis. Die vom Iran unterstützte Miliz greift ihrerseits seit Wochen fast täglich Ziele in Saudi-Arabien an.