Zehntausende umrunden bei Regenbogenparade Ring trotz Regen

Trotz des Regens sind am Samstag zu Mittag zehntausende Menschen zur Regenbogenparade am Wiener Ring geströmt. Der geplante Abmarsch um 12.00 Uhr verzögerte sich durch einen heftigen Wolkenbruch allerdings um 20 Minuten. “Es sind aber alle geblieben”, sagte Organisatorin Katharina Kacerovsky-Strobl der APA. Die Parade ist die größte Demonstration für die Rechte von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transgender, intergeschlechtlichen und queeren Menschen in Österreich.
Die Regenbogenparade findet heuer bereits zum 30. Mal statt – mit “Sichtbar seit 1996” wurde auch ein entsprechendes Motto gewählt. Zuletzt nahmen bis zu 300.000 Menschen an dem politischen Fest teil.
Die Route führt wieder vom Parlament über den Heldenplatz, die Wiener Staatsoper, den Stubenring, die Urania und den Schwedenplatz bis zum Franz-Josefs-Kai, weiter über die Börse zum Schottentor und schließlich zurück zum Rathausplatz, wo die Pride Celebration stattfindet. Um 15.00 Uhr hält der Paradenzug für einen Moment des Gedenkens inne. Dabei wird jener Menschen gedacht, die nicht mehr an den Feierlichkeiten teilnehmen können. Die Spitze des Zuges wird gegen 16.00 Uhr wieder am Rathausplatz erwartet, das Ende der Parade drei bis vier Stunden später.
Conchita Wurst und JJ treten auf
Ab 18.45 Uhr findet im Pride Village am Rathausplatz die Pride Celebration mit Ansprachen von Aktivistinnen und Aktivisten sowie Politikerinnen und Politikern statt. Hier treten mit Conchita Wurst und JJ auch zwei Song Contest-Gewinner auf. Die Veranstaltung soll eine Gesellschaft zeigen, “die Vielfältigkeit nicht als Bedrohung, sondern als die größte Stärke sieht”, sagte Kacerovsky-Strobl.
Landtagsabgeordnete und SPÖ-LGBTIQ-Sprecherin im Wiener Rathaus Susanne Haase hob in einer Aussendung den Einsatz der Stadt Wien hervor: “Wien hat in den vergangenen Jahren wichtige queere Errungenschaften abgesichert und weiterentwickelt: von der Wiener Antidiskriminierungsstelle für LGBTIQ-Angelegenheiten über Beratungs- und Unterstützungsangebote für die Community, queere Jugendarbeit, Angebote für Regenbogenfamilien und Bildungsarbeit bis hin zur Sichtbarmachung queerer Geschichte und Kulturangebote”. Genau das mache “eine Regenbogenhauptstadt aus”.
Seitens der FPÖ gab es besonders Kritik an den Wiener Linien, die die Parade an ihren Haltestellen unterstützten. “Während die Wiener täglich mit Verspätungen, Störungen und im Sommer oft unerträglich heißen Garnituren konfrontiert sind, haben die Wiener Linien offenbar Zeit und Geld für Transgender-Propaganda”, sagte FPÖ-Mobilitätssprecher Klemens Resch. Besonders unverständlich sei, “dass für derartige Social-Media-Aktionen offenbar Ressourcen vorhanden sind, während zentrale Verbesserungen für die Fahrgäste weiter auf sich warten lassen”.