Zerstörtes Rathaus: Lecornu kündigt Besuch in Limoges an

Nach der weitgehenden Zerstörung des historischen Rathauses in Limoges bei den gewaltsamen Ausschreitungen am Wochenende hat Premierminister Sébastien Lecornu einen Besuch in der zentralfranzösischen Stadt angekündigt. Er werde am Freitag nach Limoges reisen, teilte sein Büro am Montag mit. Das 143 Jahre alte Rathaus war am Samstag in Flammen aufgegangen, der Glockenturm stürzte ein. Das markante Gebäude sei “zum großen Teil verloren”, sagte Präfekt Maurice Barate.
Augenzeugen zufolge waren maskierte Demonstranten in das Rathaus eingedrungen, um Feuer zu legen. Am Wochenende war es in Frankreich am Rande von Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem zu massiven Ausschreitungen gekommen. Tausende Geschäfte wurden geplündert, Rathäuser und Polizeistationen angegriffen und mehrere Gebäude in Brand gesetzt. Landesweit wurden mehr als 2.500 Menschen festgenommen.
Der Bürgermeister von Limoges, Guillaume Guérin, hatte am Sonntag kritisiert, dass der Polizei “die Mittel gefehlt” hätten, um die Lage unter Kontrolle zu bringen und die Einsatzkräfte sich angesichts der Randalierer “in Limoges wie auch in anderen Städten” zurückgezogen hätten. Er forderte für den Wiederaufbau des Rathauses Unterstützung der Regierung in Millionenhöhe. Lecornu stellte staatliche Hilfe in Aussicht und bezeichnete das Rathaus als “Symbol einer Nation, die sich weder unterkriegen noch einschüchtern lässt”.