Zwei Blauhelmsoldaten im Südsudan getötet

24.08.2026 • 19:11 Uhr

Im Südsudan sind nach Angaben der Vereinten Nationen zwei Blauhelmsoldaten in einem Hinterhalt getötet worden. Laut der UN-Mission im Südsudan (UNMISS) fand der Angriff durch “bewaffnete Unbekannte” am Montag statt, als eine Patrouille im Bundesstaat Jonglei in Richtung der Stadt Pajut fuhr. Angriffe auf Blauhelmsoldaten könnten “Kriegsverbrechen darstellen”, hieß es. Jonglei war in jüngster Zeit vermehrt Schauplatz von Konflikten zwischen Regierungs- und Oppositionstruppen.

Die UNMISS verurteilte den Vorfall scharf. UNMISS-Chefin Anita Kiki Gbeho forderte die Behörden auf, den Angriff rasch und umfassend zu untersuchen. Den Angaben zufolge wurden sieben weitere Menschen verletzt, darunter drei Blauhelmsoldaten, zwei südsudanesische Polizisten und zwei zivile Mitarbeiter. Die Nationalität der Blauhelmsoldaten wurde nicht mitgeteilt. Das österreichische Bundesheer ist nicht an der Mission beteiligt.

Südsudan von Machtkämpfen und Gewalt geprägt

Der Südsudan ist seit seiner Unabhängigkeit im Jahr 2011 von Machtkämpfen und Gewalt geprägt. Infolge eines Bürgerkriegs von 2013 bis 2018 starben Schätzungen zufolge rund 400.000 Menschen. Seit 2025 hat sich die Lage erneut deutlich verschärft.

Die UN warnen vor einem Rückfall in einen größeren Konflikt. UNMISS, die den Friedensprozess unterstützen und Zivilisten schützen soll, hat aktuell rund 12.000 Soldaten, Polizisten und zivile Mitarbeiter in dem Land mit rund zwölf Millionen Einwohnern.

Jüngsten UN-Angaben zufolge starben seither mehr als 160 Blauhelmsoldaten im Einsatz. Zuletzt hatte sich die Lage im Land zunehmend verschlechtert, nachdem der Konflikt zwischen Anhängern von Präsident Salva Kiir und Unterstützern seines Rivalen Riek Machar wieder aufgeflammt war.