Zwei Mordprozesse im November in Graz

Gleich zwei große Mordprozesse sind Mitte und Ende November im Grazer Straflandesgericht geplant: Am 18. und 19. November wird sich ein Jugendlicher wegen des Verdachts des Mordes an einem Pensionisten sowie wegen Mordversuchs an dessen Ehefrau in St. Peter am Ottersbach (Bezirk Südoststeiermark) verantworten müssen. Wenige Tage später, am 27. und am 30. November, steht ein 31-Jähriger wegen der mutmaßlichen Tötung seiner Ex-Freundin, einer Grazer Influencerin, vor Gericht.
Der junge Mann aus der Südoststeiermark hat gestanden, dass er im April in das Haus des älteren Ehepaares eingedrungen war und dort mit einem Messer auf den Mann und die Frau eingestochen hat. Der Fleischerlehrling gab gegenüber der Polizei “Mordlust” als Motiv an. Das Paar kannte er nicht, aber er hatte es gezielt in seiner Region ausgesucht, da er sich aufgrund des Alters wenig Gegenwehr erwartet hatte. Den Hammer, mit dem er in das Haus gelangt war, hatte er nach der Tat weggeworfen. Das mutmaßliche Tatmesser wurde sichergestellt.
Der Jugendliche hatte nach dem Angriff selbst die Polizei angerufen und sich gestellt. Er ließ sich widerstandslos festnehmen. Ein kinder- und jugendpsychiatrisches Gutachten liegt mittlerweile vor und aus dem geht hervor, dass der damals 17-Jährige an einer psychischen Störung leidet. Er war zum Tatzeitpunkt allerdings sehr wohl zurechnungsfähig. Die Untersuchungshaft wurde im Juni in eine Unterbringung in einem forensisch-therapeutischen Zentrum umgewandelt.
Influencerin wurde in Waldstück in Slowenien vergraben
Der Tötung der Grazer Influencerin liegt bereits fast ein Jahr zurück: Ihr 31-jähriger Ex-Partner aus Slowenien soll sie am 23. November 2025 in ihrer eigenen Wohnung umgebracht und dann in einem Koffer über die Grenze in seine Heimat gebracht haben. Dort vergrub er sie in einem abgelegenen Waldstück. Das gab er auch gegenüber den Ermittlern zu. Die Tötung dagegen stritt er bisher ab.
Das Ermittlungsverfahren gegen den Bruder und Stiefvater des Angeklagten, die im Verdacht standen, den 31-Jährigen beim Transport und Vergraben des Leichnams unterstützt zu haben, wurde eingestellt. Es haben sich keine Hinweise auf Beitragshandlungen der beiden slowenischen Staatsbürger in Österreich ergeben. Die im südlichen Nachbarland gesetzten Tathandlungen unterlägen der dortigen Gerichtsbarkeit.
Dritter Mordprozess in Graz
Offen ist indessen noch ein Termin für einen Prozess gegen einen Polizisten der Spezialeinheit Cobra. Er soll im Jänner eine 34-jährige Frau aus Tillmitsch erdrosselt haben. Die Anklage gegen ihn wurde bereits eingebracht. Er wird sich – so wie der Slowene – wegen Mordes sowie wegen Störung der Totenruhe verantworten müssen. Der Polizist gab bisher an, dass er mit dem Tod der Frau in Zusammenhang stehe, aber es keine vorsätzliche Tötung gewesen sei. Er sprach von einem “Unfall”. Er gab zu, dass er danach die Leiche nahe seinem Elternhaus vergraben hat.