Zwei Tote bei russischem Drohnenangriff auf Einkaufszentrum

10.09.2026 • 13:28 Uhr

Bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Einkaufszentrum in der nordukrainischen Stadt Sumy sind den dortigen Behörden zufolge zwei Menschen getötet und 20 weitere verletzt worden. Vier der Verletzten seien in einem ernsten Zustand. Unter den Verletzten seien auch drei Teenager. Im Großraum der an Russland grenzenden Region starben durch Luftangriffe laut Polizei gesamt fünf Menschen. Moskau will dort nach eigenen Angaben eine Pufferzone einrichten.

Durch russischen Beschuss sind in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk außerdem mindestens 16 Menschen verletzt worden. Viermal sei die frontnahe Stadt beschossen worden, teilte der Militärgouverneur des Gebietes Donezk, Wadym Filaschkin, bei Telegram mit. Einschläge hat es demnach in einem Wohngebiet und in der Nähe von Schulen gegeben. Filaschkin forderte die verbliebenen Einwohner erneut zur Flucht auf. Die Frontlinie ist nur etwas mehr als zwölf Kilometer von Kramatorsk entfernt.

Selenskyj: Haben Ziele in Russland getroffen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj berichtete unterdessen von ukrainischen Angriffen auf Russland. Er schrieb in sozialen Medien von Attacken auf acht Infrastrukturobjekte, die dem Krieg dienten. Getroffen worden sei eine Ölraffinerie im Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen und ein Handelshafen in der russischen Teilrepublik Dagestan. Angegriffen wurden demnach auch Anlagen in den Regionen Moskau, Woronesch, Astrachan und Brjansk, schrieb Selenskyj, ohne Details zu nennen.

Im Gebiet Woronesch wurde nach Angaben von Gouverneur Alexander Gussew eine Frau bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der Stadt Borissoglebsk getötet. Zwei weitere Menschen seien verletzt worden. Über der Region seien 19 ukrainische Drohnen abgewehrt worden.

Drohnenangriffe auch in Dagestan und Sibirien

Dagestans kommissarischer Republikchef, Fjodor Schtschukin, teilte mit, dass herabstürzende Drohnentrümmer Feuer in der Hafeninfrastruktur und einem Theater in Machatschkala ausgelöst hätten. Verletzte gebe es nicht.

Bereits am Vortag hatte es Berichte über einen Drohnenangriff in dem weit von der Ukraine entfernten Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen in Westsibirien gegeben. Der dortige Gouverneur Dmitri Artjuchow sagte, dass herabstürzende Drohnentrümmer Feuer in einem nicht näher genannten Industrieobjekt verursacht hätten.

In der südwestrussischen Region Woronesch kam nach Angaben des Gouverneurs eine Frau durch herabstürzende Drohnentrümmer ums Leben. Zwei weitere Menschen seien verletzt worden, als die Teile auf ein Haus gefallen seien. Insgesamt habe die russische Flugabwehr 19 Drohnen über der Region zerstört. Darüber hinaus wurden nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums auch andere Regionen mit ukrainischen Drohnen angegriffen. Landesweit seien 448 unbemannte Fluggeräte im Laufe der Nacht abgeschossen worden.

Bei einem Angriff mit Marinedrohnen auf den russischen Schwarzmeer-Badeort Sotschi wurden indes nach Behördenangaben acht Menschen verletzt. Die Strandinfrastruktur sei nach dem Angriff teilweise beschädigt, teilten die Behörden der Region Krasnodar über den Messengerdienst Telegram mit. Ein von der Nachrichtenagentur Reuters verifiziertes Video in den sozialen Medien zeigt Schüsse und eine Explosion an einer Uferpromenade. In Sotschi befindet sich eine offizielle Residenz des russischen Präsidenten Wladimir Putin.