Zwölf Tote bei pakistanischen Angriffen in Afghanistan

Bei pakistanischen Angriffen sind im Grenzgebiet in Afghanistan nach Angaben der Regierung in Kabul und örtlichen Behörden mindestens zwölf Menschen getötet worden. Die Armee habe “erneut den afghanischen Luftraum verletzt” und Wohnhäuser in den Provinzen Kunar, Chost und Paktika angegriffen, erklärte ein Sprecher der afghanischen Regierung im Onlinedienst X am Mittwoch. Dabei seien “elf Kinder, eine Frau und ein älterer Mann” getötet worden.
Ein Beamter in Chost sagte, dass im Bezirk Spera ein Haus getroffen worden sei. Dabei seien neun Menschen getötet und zehn weitere verletzt worden. In der benachbarten Provinz Paktika berichteten zwei Bewohner von einem tödlichen Angriff auf drei Zivilisten im Bezirk Barmal. Auch hier sei ein Haus getroffen worden, die Todesopfer seien Kinder. Das pakistanische Militär und die Regierung reagierten zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.
Die jüngsten Angriffe waren die tödlichsten seit Wochen. Der Konflikt an der Grenze der beiden Länder war Anfang des Jahres erneut eskaliert. Mitte Mai hatte die UNO erklärt, binnen drei Monaten seien 372 afghanische Zivilisten getötet und 397 weitere verletzt worden.
Beziehungen angespannt
Seit der erneuten Rückkehr an die Macht der Taliban im Jahr 2021 sind die Beziehungen zwischen Afghanistan und Pakistan angespannt. Islamabad wirft Kabul vor, bewaffneten extremistischen Gruppen wie der pakistanischen Taliban-Gruppe TTP Unterschlupf zu gewähren, die immer wieder Anschläge in Pakistan verüben. Kabul weist das zurück.
Islamabad hat wiederholt erklärt, dass die Luftangriffe auf Afghanistan gegen militante Gruppen gerichtet seien. Es würden nicht gezielt Zivilisten ins Visier genommen.