Vorarlberg

Hier findet man Yaks zum Verlieben

09.01.2026 • 18:52 Uhr
Hier findet man Yaks zum Verlieben
Vertrauen zwischen Mensch und Tier: Jessica Kotvojs-Hotz mit einem ihrer Yaks.stiplovsek

Jessica Kotvojs-Hotz (35) und ihr Mann betreiben seit 2016 den Halden-Hof in Lochau, wo sie Yaks mit Leidenschaft züchten.

Wie kamen Sie zu diesem Beruf?
Jessica Kotvojs-Hotz: Meine Eltern haben schon vor 30 Jahren mit der Jagd angefangen. Ich ging nach Wien studieren und dachte, ich komme ganz bestimmt nicht wieder zurück nach Vorarlberg. Mein Papa ist dann aber leider verunglückt und meine Mama hat den Hof selber weitergeführt. Auf der Boku machte ich meinen Master in ökologischer Landwirtschaft und Agrarökologie und lernte dort meinen Partner Lukas kennen. Er kam als völliger Quereinsteiger ohne landwirtschaftliche Erfahrung, hat aber inzwischen den ganzen Hof weitgehend selbst übernommen.

Was muss man unbedingt über Yaks wissen?
Kotvojs-Hotz: Sie kommen aus dem Himalaya-Gebirge. Eigentlich sind sie asiatische Hochlandrinder. Sie sind sehr ruhig und sehr zugänglich. Wir legen auch in der Zucht ganz viel Wert darauf, dass wir nur ruhige und brave Tiere züchten. Die Fleischqualität der Yaks ist etwas ganz Besonderes. Es ist wie eine Mischung aus Rind und Wild und sehr fettarm.

Wie ist der Alltag mit den Yaks?
Kotvojs-Hotz: Ich stehe meist früh auf und gehe zuerst zu den Tieren. Der Alltag variiert stark je nach Jahreszeit. Im Winter kontrolliere ich, ob die Tiere Wasser haben, ob nichts eingefroren ist und ob alle ausreichend Heu bekommen. Im Sommer sind die Yaks auf der Weide, damit sie frisches Gras haben. Die Weide kontrolliere ich täglich und umzäune sie regelmäßig.

Was überrascht Besucher des Hofs am meisten?
Kotvojs-Hotz: Die meisten sind überrascht, wie klein die Yaks im Vergleich zu normalen Rindern sind. Besonders auffällig ist der Unterschied zwischen den relativ kleinen Kühen und dem mächtigen Stier mit seinen großen Hörnern.

Was ist das Schönste an der Arbeit mit Tieren?
Kotvojs-Hotz: Ich kann die Arbeit auf unserem Hof selbst gestalten und verbringe viel Zeit draußen bei den Tieren. Wenn ich selbst die Weide betrete, sind sie ruhig und entspannt und das zeigt mir, dass es ihnen gut geht. Besonders wichtig ist mir, die eigenen Flächen und Ressourcen zu nutzen und Produkte selber herzustellen. Ich finde es am schönsten, zu merken, dass die Tiere mich kennen und Vertrauen haben. Auch wenn das Schlachten Teil der landwirtschaftlichen Arbeit ist, weiß ich, dass die Tiere ein gutes Leben in ihrem Herdenverband haben.