Hinter den Kulissen des Poolbar Festivals

Das Poolbar Festival lebt von kreativen Entwürfen, die auch heuer beim Poolbar Generator von jungen kreativen gestaltet werden.
Das seit 1994 alljährlich im und um das Alte Hallenbad in Feldkirch stattfindende Poolbar Festival ist seit jeher weit mehr als eine charmante Abfolge von Konzerten und Kinofilmen. Design, Architektur wie auch Literatur sind essenzieller Bestandteil des Konzepts. Dessen jährlich wechselnde Formen werden seit 2014 im Poolbar Generator erstellt. Dahinter verbirgt sich ein acht Tage langes Labor für junge Kreative, das bewusst am Ende der universitären Semesterferien abgehalten wird.

Rund 60 Teilnehmende, mehrheitlich Studierende, sind vom 20. bis zum 28. Februar in Hohenems zu Gast. Aufgeteilt in die Themengebiete Architektur, Grafik, Lichtkunst, Mural Art, Produktdesign, Sprache und Musik entwickeln sie ineinandergreifende Entwürfe für das Festival. Als Leitmotiv widmen sie sich heuer „_Stellen“.

Der Begriff fungiert weniger als Vorgabe denn als Denkimpuls. Man stellt Fragen, stellt her, stellt aus, stellt ein. Zwischen Leerstellen und Aufstellen entsteht Bewegung. „Es geht darum, der Welt eine neue Form zu geben“, heißt es aus der Projektleitung.
Architektur
Alina Vigl studiert Architektur an der TU Wien. Sie ist eine der acht Personen, die sich der baulichen Gestaltung des Außenbereichs widmen. „Unser Grundkonzept besteht aus dreieckigen Elementen, die beim Bau der Pavillons rund um die Container zum Einsatz kommen“, berichtet Vigl. Die Form ist klar, modular und leicht anpassbar. Bars werden im Denken der Gruppe zu Tankstellen, Aufenthaltsorte zu Haltestellen. Der Eingang fungiert als Anlaufstelle. Sprache und Raum greifen spielend ineinander.

Laut Poolbar-Pressesprecherin Jessica Ölz sind die Gestaltenden zu minimalem Materialeinsatz und wiederverwertbaren Entwürfen verpflichtet. Zirkuläres Denken ist keine Option, sondern Voraussetzung. Was im Sommer steht, soll später nicht im Müll landen. „Wir schauen beim Abbau darauf, dass möglichst viel Material weiterverwendet werden kann“, so Ölz.

Parallel dazu arbeitet das Grafik-Labor an der visuellen Identität des Festivals. Unter der Leitung von Michael Marte entstehen Plakate, Social-Media-Assets und ein gestalterisches System, das das Jahresthema emotional transportiert. Der aktuelle Plakat-Entwurf erinnert an den Blick durch eine Wasseroberfläche.
Lichtkunst trägt den Pool ins Freie.

Ein Motiv, das sich zentral in der Lichtkunst wiederfindet. Leon D. schildert im Gespräch mit der NEUE, dass die Gruppe intensiv mit dem Effekt der Kaustik arbeitet, also der Lichtbrechungen, die entstehen, wenn Sonnenstrahlen auf bewegtes Wasser treffen. Spiegelnde Folien, Ventilation und Licht erzeugen nicht-statische Muster, die auf Musik reagieren sollen. „Licht ist bei uns keine Beleuchtung, sondern eine Installation“, heißt es aus dem Labor. Ziel sei es, den Außenraum in eine vibrierende Oberfläche zu verwandeln, die den Pool symbolisch ins Freie versetzt.

Vergangenes Jahr stand das Musik Labor im Zeichen von Radiohead, heuer widmet es sich Björk. Geleitet von Oliver Biedermann, Trompeter und Elektronik-Künstler, erschließt die aus Studierenden der Stella Vorarlberg bestehende Gruppe das Œuvre der Isländerin in freier Interpretation. „Wir werden ihre Lieder bei einem Live-Konzert performen. Zusätzlich generieren wir Beiträge für das Festival-Marketing“, berichtet Biedermann.

Umfangreiches Programm
Mehr als 150 Personen haben sich heuer um einen Platz im Generator beworben. Den Teilnehmenden stehen nicht nur die Räume des Literaturhaus Vorarlberg und das Rathausquartier zur Verfügung, auch Kost und Logis werden gestellt. Exkursionen zum Festivalgelände, den Bregenzer Festspielen oder dem Werkraum Bregenzerwald sind essentieller Bestandteil des Labors. So auch Inputreferate von Experten wie Ernst Waibel (Architekt) oder der Designerin Birgit Kappler.

Lokale und internationale Größen
Das heuer zum 33. Mal stattfindende Poolbar Festival wird am 8. Juli eröffnet. Bis zum 16. August stehen internationale Acts wie Babyshambles, White Lies, José González, aber auch heimische Größen wie Cari Cari, Lukas Oscar, Fiva oder Buntspecht auf dem Programm. Das vollständige Line-Up, samt Filmprogramm und Rahmenangebot, wird in den kommenden Monaten bekannt gegeben.
SAV