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Mader: „Mentalitätssiege sind Gold wert fürs Team“

28.02.2026 • 23:08 Uhr
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Austria-Urgestein Pius Grabher feiert mit seinen Mitspielern und den Fans sein Siegestor in der Nachspielzeit gegen Kapfenberg. So mancher Fan sieht die Rolle des zentralen Mittelfeldspielers jedoch kritisch. GEPA

Interview. Austria Lustenau ist voll im Rennen um den Aufstieg in die Bundesliga. Im Interview spricht Austria-Trainer Markus Mader (57) über Lustenaus Aufstiegschancen, späte Siegtore und die Rolle von Pius Grabher.

Inwieweit überrascht es Sie, dass die Austria tatsächlich im Aufstiegsrennen ist?
Markus Mader:
Lassen Sie es mich so sagen, es war nicht zwangsläufig zu erwarten, dass wir so eine gute Rolle spielen – wir haben ja in der letzten Saison bis zum Schluss gegen den Abstieg gekämpft. Aber unser Tabellenplatz ist erklärbar. Es gibt dafür Gründe auf dem Rasen und abseits Rasens, über die abseits des Rasens sollen andere sprechen, das gebührt nicht mir, die liegen nicht in meiner Verantwortung.

Kurzer Einschub: Sie meinen damit unter anderem das neue Stadion?
Mader:
So ist es, das Stadion hat natürlich eine große Euphorie in und um den Verein entfacht. Diese Euphorie hat mit Sicherheit ihren Teil dazu beigetragen, dass wir recht gut in die Saison gestartet sind. Im Laufe der Herbstrunde wurde es dann immer offensichtlicher, dass wir mit den Top-Mannschaften mithalten können. Wir haben gute Performances abgeliefert und in manchen Partien auch das nötige Spielglück gehabt, das darf man nicht unterschlagen, aber das gehört dazu. In wahrscheinlich jeder Liga gewinnen die Top-Teams auch mal Spiele, in denen sie nicht unbedingt besser waren. Solche Siege brauchst du in der österreichischen zweiten Liga genauso wie in Deutschland, England, Italien oder Spanien, um vorne dabei zu sein. Ein weiterer Knackpunkt sind die Standards: Wir haben bei den ruhenden Bällen eine beachtliche Stärke entwickelt und einige Partien durch Standards entschieden. Auch das ist ein Merkmal von Spitzenmannschaften einer jeden Liga, denn aus dem Spiel heraus wird es immer schwieriger, Tore zu erzielen. Mit den Siegen haben wir immer mehr Selbstvertrauen entwickelt, dann kam die Niederlagenserie von St. Pölten dazu, die ja schon zwölf Punkte weg waren. Und auch der Ligaausstieg von Stripfing hat uns in die Karten gespielt. So bitter es für die Liga war, uns hat der Ausstieg von Stripfing zwei Punkte näher an die Tabellenspitze herangebracht: Weil wir im Gegensatz zu St. Pölten, Admira Wacker oder Amstetten nur Unentschieden gegen Stripfing gespielt haben. Es ist also schon sehr viel für uns gelaufen im Herbst, das ist allen bei uns klar. Aber nichtsdes­totrotz haben wir uns die Ausgangsposition hart erarbeitet, dass im Frühjahr alles möglich ist für uns.

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Markus Mader geht den Aufstiegskampf pragmatisch an: Am Ende zählt für den 57-Jährigen das Ergebnis. GEPA

Den 2:1-Heimsieg zum Frühjahrsauftakt gegen Kapfenberg kann man aus zwei Perspektiven betrachten: Wer solche Spiele gewinnt, steigt auf, es gibt auch den Blickwinkel: Wer so spielt, wird am Ende nichts mit dem Aufstieg zu tun haben. Welche Warte nehmen Sie ein?
Mader:
Beide Meinungen haben ihre Berechtigung. Wir sind schon ehrlich zu uns und wissen, dass das kein perfektes Spiel von uns war. Aber ich verrate Ihnen was: Bei der großen Besprechung vor Saisonbeginn habe ich zu meiner Mannschaft gesagt: Von uns erwartet niemand Perfektion, zumindest nicht vereinsintern. Aber es werden Siege von uns erwartet, wir müssen erfolgreich sein. Ob bei den Siegen auch mal eine schlechtere Leistung dabei war oder nicht, interessiert zwei Tage später nur noch die wenigsten. Wer kritisieren will, findet immer was – und das soll auch so sein, wir verschließen uns dem nicht. Es ist nur für die Entwicklung einer Mannschaft wahrscheinlich wertvoller, den ein oder anderen dreckigen Sieg einzufahren, als an einem Sahnetag, an dem wirklich alles aufgeht, den Gegner vom Platz zu schießen. Klar tut sowas gut, den Spielern wie den Fans. Aber eine Mannschaft nimmt aus dreckigen Siegen etwas sehr Essentielles mit: Nämlich, dass man die Qualität und die Mentalität hat, auch die Spiele zu gewinnen, in denen man nicht die bes­te Leistung abruft. Späte Siege wie der gegen Kapfenberg sind Gold wert für das Selbstvertrauen einer Mannschaft. Sie geben den Spielern eine Ruhe. Hat man dagegen die Erfahrung gemacht, dass man nur gewinnt, wenn alle Rädchen ineinandergreifen, dann greift in einer Mannschaft eine gewisse Nervosität um sich, wenn mal nicht alles wie am Schnürchen läuft. Und meine Erfahrung ist: Selbst in einer Top-Saison lassen sich Galaauftritte nicht auf Knopfdruck wiederholen. Aber klar hat die Sichtweise eine Berechtigung, dass solche Mentalitätssiege wie gegen Kapfenberg nicht endlos reproduzierbar sind und sowas auf Dauer nicht gutgehen kann. Nur, es ist ja nicht so, als ob wir uns vor einem Spiel sagen: Heute lassen wir es draufankommen, die guten Aktionen heben wir uns für das nächste Spiel auf. Es steht einfach auch noch ein Gegner auf dem Platz, der einem das Leben schwer macht.

Was die perfekte Überleitung zu meiner nächsten Frage ist: Kann man in dieser harten, ausgeglichen 2. Liga überhaupt schönen Fußball spielen – und würde dieser schöne Fußball überhaupt zum Ziel führen?
Mader:
Endlich spricht das mal wer an. Die 2. Liga ist knüppelhart. Alle Mannschaften sind körperlich auf einem hohen Niveau, dementsprechend geht es in jedem Spiel zur Sache. Es arbeiten mittlerweile viele sehr gute Trainer in der 2. Liga, die taktisch enorm gut geschult sind. Ein Spieler hat mal beim Camp der arbeitslosen Spieler zu mir gesagt: Wer in der 2. Liga das Spiel machen will, der verliert. So pauschal gefällt mir diese Aussage nicht. Wir möchten das Gegenbeispiel erbringen, wir wollen natürlich am liebsten attraktiven Fußball zeigen. Aber unterm Strich zählt das Ergebnis. Wenn du Hurrafußball spielst und am Ende ausgekontert wirst, dann hat das Spiel zwar den Zuschauern Spaß gemacht, aber die Punkte nimmt wahrscheinlich der Gegner mit. Wem hilft das? Niemanden bei uns. Denn das lassen viele immer wieder außer Acht: Der Gegner steht oft sehr kompakt und sehr tief, hat vorne schnelle Spieler, die sie mit geradlinigem Umschaltfußball steil schicken wollen. Gegen solche Gegner kannst du natürlich alles nach vorne werfen, aber das ist dann Harakiri. Außerdem muss man schon auch wissen, was machbar ist und was nicht. Wir wissen, dass wir solche Gegner nicht jedes Wochenende an die Wand spielen können, es sind ja immer noch viele Spieler bei uns dabei, die in der Vorsaison bei uns in den Abstiegskampf involviert waren. Man kann nicht erwarten, dass diese Spieler ein halbes Jahr später die Liga mit Kombinationsfußball dominieren. Nein, wir wissen, wo wir herkommen: Wir müssen um jedes Tor, um jeden Punkt fighten. Diesen Kampf nehmen wir an – und darauf bin ich stolz.

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Nicht immer schön, aber immer öfter erfolgreich: Die Austria in der Saison 25/26. GEPA

Beim nicht gegebenen Ausgleichstor von Kapfenberg in der 94. Minute hatte die Austria Glück.
Mader:
Wir haben uns die Szene natürlich mehrfach angeschaut, die Kameraperspektive verzerrt etwas, aber das war wahrscheinlich kein Abseits, da hatten wir wirklich das Glück auf unserer Seite. Davor hatten wir aber Pech. Ob das vor unserem nicht gegebenen Tor zum 2:0 wirklich ein Foul war, wenn unser kleinster Spieler gegen einen großen Innenverteidiger Kapfenbergs seinen Körper dagegen stellt, kann man so oder so sehen. Schluss­endlich gleicht sich im Laufe der Saison eigentlich immer alles aus.

Dass Pius Grabher in seinem 300. Spiel für die Austria das Spiel mit einem Traumtor entscheidet, gibt dem Spiel natürlich auch eine besondere Note.
Mader:
Solche Geschichten schreibt nur der Fußball.

Trotzdem steht Grabher eigentlich permanent in der Fan-Kritik. Welche Rolle nimmt Pius Grabher in Ihrem System ein?
Mader:
Pius ist das Herzstück unserer Mannschaft, er ist, gerade auch was das Ingame-Coaching anbelangt, extrem wichtig: Er ist nämlich der verlängerte Arm von mir und unserem Trainerteam. Pius hat so viele Aufgaben auf dem Spielfeld, das kommt bei der Betrachtung viel zu kurz. Ich kenne die Stimmen natürlich, die sagen, dass Pius unser Spiel verschleppt. Und klar, man wird wie bei jedem Spieler auch mal eine Szene finden, in der er sich anders verhalten hätte können. Aber eine der Aufgaben von Pius ist es, Kontrolle in unser Spiel zu bringen. Er ist der Taktgeber, er kann nicht jeden Ball tief spielen, dann wird es nämlich irgendwann vogelwild, ganz abgesehen davon, dass du nicht 90 Minuten immer nur die Tiefe suchen darfst. Es gibt auch Phasen in einem Spiel, da muss eine Mannschaft Luft holen – und Pius hat mein Vertrauen, dass er weiß, wann wir welches Tempo im Spiel anschlagen können. Du kannst die Offensivspieler nicht in einen Sprint nach dem anderen schicken, du musst das in den richtigen Situationen versuchen. Außerdem, und da bin ich dann wieder dabei, dass auch ein Gegner auf dem Platz steht, hat Pius auch die Gabe, zu spüren, in welcher Verfassung sich gerade die Gegenspieler befinden. Ist der Gegner gerade im Aufwind, kann ein missglückter Tiefenball in einer gefährlichen Situation für uns enden. Pius gibt uns viel Balance, meiner Meinung nach wird das viel zu wenig geschätzt. Manchmal habe ich das Gefühl, der ein oder andere Fan glaubt, wir seien trotz Pius im Aufstiegskampf. Das Gegenteil ist der Fall: Er ist einer der Gründe, warum wir ganz vorne mitspielen.

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Grabher war schon in Maders erster Amtszeit in Lustenau ein Schlüsselspieler. GEPA/Lerch

Das Verwunderliche ist ja, dass sich diese teils fast schon unversöhnliche Kritik an einen echten Lustenauer richtet: Ist das so ein bisschen die alte Story des Propheten im eigenen Land, der nichts gilt?
Mader:
Vielleicht, das ist auf jeden Fall schon auch so ein Aspekt, den ich sehr schade finde an der Wahrnehmung mancher Fans. Eigentlich sollten alle stolz darauf sein, dass ein Lustenauer so eine Karriere hingelegt hat wie Pius, der Mann kommt auf über 300 Profispiele, er war ja auch in Ried. Pius war ein Schlüsselspieler bei unserem Aufstieg 2022 und das ist er jetzt wieder. Außenstehende wissen einfach nicht, was für einen Auftrag er hat, und dieser Auftrag ist natürlich auch nicht in jedem Spiel der gleiche. Kommendes Wochenende ist Pius gegen die Vienna gesperrt. Ich bin schon sehr gespannt, was das für Auswirkungen hat, vor allem, wie sich die Mannschaft auf dem Platz selbst coacht. Dieses Eigencoaching ist wichtig. Du kannst einfach von außen als Trainer nicht alles erkennen, du brauchst auch darum Führungsspieler, die auf dem Platz die Verantwortung für das Spiel der gesamten Mannschaft übernehmen. Solche Spieler sind rar in einer Mannschaft. Das bedeutet, wir werden da gegen die Vienna Lösungen finden müssen.

Wie zufrieden sind Sie bislang mit Winter-Neuzugang Asumah Abubakar?
Mader:
Ich bin sehr zufrieden. Er hat sich sehr gut eingefügt und passt sowohl als Mensch als auch als Spielertyp ideal zur Mannschaft. Nach dem Kapfenberg-Spiel ist er auf mich zugekommen und meinte, er hätte die Körperlichkeit der Liga unterschätzt. Aber jetzt weiß er, was auf ihn zukommt. An ihm werden wir noch viel Freude haben.

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Abubakar weiß jetzt, was auf ihn zukommt in der 2. Liga. GEPA

Sie haben bei seiner Vorstellung während des Kurztrainingslagers im Bregenzerwald gesagt, dass Sie im Frühjahr das System umstellen. Aber da geht es bei einigen Spielern um ein paar Meter.
Mader:
So ist es. Realtaktisch unterscheidet sich die Formation auf dem Feld immer von dem, was du auf dem Reißbrett aufzeichnest: Ein 4-2-3-1 wird mal zum 4-4-2 oder zum 4-2-4, das hängt immer von der Spielsituation ab. Ich bin sowieso keiner, der sich an einem System aufhängt. Wir haben einen klaren Plan, wie unser Fußball aussehen soll, aber der hängt nicht von einer Systemfrage ab. Unsere Grundformation hat sich durch die Verpflichtung von Abubakar verändert, da geht es jedoch um Nuancen, so, wie Sie es richtig gesagt haben: Bei einigen Spielern verändert sich die Grundpositionierung um ein paar Meter.

Gibt es aktuell eine internationale Mannschaft, deren Fußball Sie begeistert, und versuchen Sie, gewisse Elemente zu übernehmen?
Mader:
Mich beeindruckt, mit welchem Tempo gewisse Mannschaften umschalten. Die stehen hinten kompakt, arbeiten diszipliniert gegen den Ball und bringen dann mit dem Ball eine enorme Dynamik ins Spiel. Solche Beispiele gibt es aber nicht nur im Großen in der Champions League, sondern auch bei uns in der Liga: Unser nächster Gegner, die Vienna, hat diesen Spielstil sehr gut verinnerlicht und praktiziert das auf diesem Niveau fast schon perfekt. So will ich das auch sehen: Alle müssen gegen den Ball arbeiten und nach einem Ballverlust wieder mit nach hinten arbeiten.

Mader: „Mentalitätssiege sind Gold wert fürs Team“
Ein Schnappschuss vom Spaß-Biathlonrennen, das die Lustenauer wie alljährlich beim Kurztrainingslager im Bregenzerwald veranstalteten. Klaus Hartinger

Hilft es einem als Trainer, dass ein Spieler wie Harry Kane genau das macht: In offenen Spielszenen am eigenen Strafraum zu verteidigen und zu grätschten – und überall auf dem Platz zu arbeiten?
Mader:
Natürlich hilft das. Wenn sich ein Kaliber wie Harry Kane nicht zu schade ist, leidenschaftlich gegen den Ball zu arbeiten, dann muss ich das natürlich auch von jedem Spieler bei uns einfordern können. Wobei ich da gar nicht mal einzelne Spieler als Vorbild hernehme, sondern das Kollektivverhalten gewisser Teams: Wie Atletico Madrid oder zuletzt ManUtd beim Auswärtssieg gegen Arsenal.

Kommt die Spielpause an diesem Wochenende zur rechten Zeit oder doch eher ungelegen: In dieser Runde hätte die Austria gegen Stripfing gespielt.
Mader:
Tabellarisch hat es uns nicht geholfen, aber im Verlauf des Frühjahrs werden auch die anderen Topteams ein spielfreies Wochenende haben und dann zuschauen müssen, wie die Konkurrenz punktet. So ein spielfreies Wochenende hat ein Dafür und Dawider. Du kannst einen Zwei-Wochen-Trainingsplan umsetzen, allerdings fehlt dir der Spielrhythmus. Darum war das Testspiel vom Donnerstag gegen Hohenems so wichtig. Wir sind dem VfB Hohenems sehr dankbar, dass sie unsere Testspielanfrage angenommen haben, es war ein guter Test gegen ein gutes Team. Grundsätzlich bin ich ganz froh, dass wir unser spielfreies Wochenende damit hinter uns haben, in der heißen Saisonphase könnte das echt ein Nachteil sein, wenn man aus dem Spielrhythmus gerät. Dadurch, dass unser spielfreies Wochenende so dicht an der Winterpause lag, konnten wir das auch bei unseren Vorbereitungsplänen auf das Frühjahr mitberücksichtigen.

Kann das neue Stadion zum Faktor werden im so engen Aufstiegskampf?
Mader:
Davon bin ich überzeugt. Die Stimmung in den Heimspielen trägt uns, wobei man nicht unterschätzen darf, dass die tolle Stadionatmosphäre auch die Gegner anstachelt. Kapfenberg bestreitet in der Saison vermutlich genau ein Mal ein Spiel bei so einem fesselnden Ambiente: in Lustenau. Das pusht natürlich auch den Gegner. Aber wir ziehen natürlich schon sehr viel Kraft daraus, dass wir uns so sehr auf die Unterstützung unserer Fans verlassen können, dass wir von der 1. bis zur 97. Minute angepeitscht werden. Es kommt nicht von ungefähr, dass wir so viele späte Tore machen. Die Unterstützung der Fans gibt uns die zweite und dritte Luft und ist auch ein Grund dafür, warum wir immer an uns glauben.

Sind Sie ein Trainer, der den Spielplan in Abschnitte unterteilt und sagt: Aus den nächsten fünf Spielen müssen wir zehn Punkte holen?
Mader:
Nein, die Liga ist so eng, dass du nur von Spiel zu Spiel schauen kannst. Ich sagte vor dem Frühjahrsauftakt, dass zwölf Endspiele auf uns warten, jetzt sind es noch elf. Kein Spiel ist weniger wichtig. Es reicht nicht, die Spiele gegen die direkten Konkurrenten zu gewinnen, wenn du in den anderen Partien zu viel liegen lässt. So platt es klingt: Das nächste Spiel ist immer das Wichtigste. Jetzt zählt nur die Partie gegen die Vienna.

Mader: „Mentalitätssiege sind Gold wert fürs Team“
Bernd Bösch ist nun offiziell Pensionist. Klaus Hartinger

Bleibt zum Ende des Gesprächs noch die zugegeben schwierig zu beantwortende Frage: Wie gut sind die Chancen der Austria auf den Aufstieg?
Mader:
Wenn ich sagen würde, die Chancen stehen gut, wäre ich ein Sprücheklopfer, sage ich, dass der Weg weit ist, wäre das manchen zu defensiv. Der Aufstieg ist möglich – und davon sind wir alle bei der Austria überzeugt. Mich freut es, dass wir allen bei der Austria, angefangen von den Mitarbeitern auf der Geschäftsstelle, den Verantwortlichen, den Fans und den vielen Helfern, die Hoffnung geben können, dass wir tatsächlich innerhalb von vier Jahren ein zweites Mal aufsteigen. Alle im Verein stehen hinter uns, alle tun ihr Bestmögliches, dass wir in die Bundesliga zurückkehren. Mehr geht nicht. Natürlich wäre es sportlich ein Traum, wenn wir aufsteigen, aber mich würde dabei auch was ganz anderes glücklich machen: Dass wir mit einem Aufstieg den vielen Menschen etwas zurückgeben könnten, die so viel Zeit und Leidenschaft für den Verein investieren. Wenn ich sehe, wie viele Menschen Tag für Tag oder Heimspiel-Wochenende für Heimspiel-Wochenende ehrenamtlich dabei helfen, dass wir den Spielbetrieb stemmen können – dann macht mich das stolz, bei Austria Lustenau zu sein und ist auch eine Verpflichtung, im Rahmen natürlich des Erlaubten alles Menschenmögliche für den Erfolg zu tun. Wir können bei der Austria auf unsere ehrenamtlichen Helfer bauen, da wird so viel Manpower und Frauenpower investiert, mich macht das sprachlos. Und wie ich es zu Beginn des Gesprächs schon angedeutet habe: Unsere Chancen im Aufstiegsrennen beruhen natürlich auch auf den vielen richtigen Entscheidungen, die auf der Geschäftsstelle von den Verantwortlichen getroffen wurden, sei es vom Sportdirektor oder vom Vorstand.

Eine letzte Nachfrage dazu noch: Was hat sich mit dem Rücktritt von Bernd Bösch als Vorstandssprecher verändert?
Mader:
Gar nichts. Bernd ist seit Samstag offiziell Pensionist, aber er ist nach wie vor täglich am Stadiongelände und packt an, wo er gebraucht wird. Bernd ist durch und durch Austrianer, seine Einsatzbereitschaft macht er nicht von einem Amt abhängig, er liebt und lebt für diesen Verein. Er hat ein großes Austria-Herz und ist damit ein Vorbild für alle.