Kultur

Nika singt mit „Fliegen“ gegen die Schwere der Welt

24.06.2026 • 13:02 Uhr
Nika
Nika: „Wenn man Anfang zwanzig ist und eine globale Krise auf die nächste folgt, während man gleichzeitig seinen eigenen Platz in der Welt finden soll, da kommt man ins Grübeln.“ Sieber

Sängerin Nika lebt heute in Berlin, bleibt ihrer Vorarlberger Heimat aber eng verbunden. Mit ihrem Song „Fliegen“ geht sie beim Musikpreis Sound@V in der Kategorie „Open Pool“ ins Rennen.

Bürgerlicher Name: Sophia Veronica Juen

Alter: 28

Wohnort: Berlin / Vorarlberg

Beruf: Rapperin, Sängerin, Songwriterin

Genre: Hip-Hop, R&B, Indie-Pop

Mein Weg zur Musik: Ich war in einer der letzten Musikklassen am BG Bludenz und habe dort im Fach „Gesang“ sogar noch maturiert. Eigene Songs habe ich aber erst angefangen zu schreiben, als ich mit meinem Partner, dem Rapper D.A.R.I.O. in Berlin zusammengezogen bin. Wir teilen die Liebe zur Musik und er hat mich dazu motiviert, meine Songs der Öffentlichkeit zu zeigen. Heute habe ich mehrere Songs veröffentlicht und so viele spannende Auftritte und Situationen erlebt. Ich bin sehr froh, dass es so gekommen ist und ich mich getraut habe.

Nika
Sieber

Ich mache Musik, weil: Ich meine Texte und Songs teilen will, aus einer weiblichen Perspektive heraus, die ich in der Musik, vor allem im Hip-Hop, oft vermisst habe.

Drei Künstler, die mich geprägt haben: Mac Miller, Little Simz, Doja Cat

Mein kuriosestes Musikerlebnis: Als ich letztes Jahr das erste Mal auf dem Splash! Festival war und von einem Fan um ein Foto gebeten wurde, während ich einfach so auf dem Festivalgelände herumstand. Das hat mich sehr gefreut, aber ich hatte damit nicht gerechnet.

Nika
Knes

Sound@V ermöglicht mir: Mit meiner Musik wahrgenommen zu werden und sie im Rundfunk zu präsentieren.

Eingereichter Song: „Fliegen“

Geschichte hinter dem Lied: Die ersten Songskizzen sind schon vor ein paar Jahren entstanden, bevor ich „Fliegen“ dieses Jahr fertig gemacht habe und jetzt dann am 3. Juli veröffentlichen werde. Wenn man Anfang zwanzig ist und eine globale Krise auf die nächste folgt, während man gleichzeitig seinen eigenen Platz in der Welt finden soll, da kommt man ins Grübeln. „Fliegen“ war mein Versuch, diese Gedanken in einen Song zu packen: die Hoffnung und den Weltschmerz, beides gleichzeitig. Heute gibt mir der Song vor allem Hoffnung, weil ich weiß, dass ich aus einem Gefühl des Verloren-Seins heraus etwas Schönes geschaffen habe.

Die Zeile aus dem Song, auf die ich besonders stolz bin: „Fliegerraketen Gaza Tel Aviv / Gleiche Bilder neues Krisengebiet / Kein Kind dieser Erde versteht was geschieht / Wenn Eltern an Krisen & Kriegen verdienen“

Mein schönstes Konzert bisher: Bei der 75. Jahrfeier meiner Uni in Berlin wurde ein Konzert organisiert und ich war Support-Act von Paula Hartmann. Vom Präsidenten der Universität als Künstlerin angekündigt zu werden und dann vor 3000 Studierenden zu performen wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.

Welchen Vorarlberger Act sollte man unbedingt kennen? Wow, da gibt es einige. Meine derzeitigen Hot Takes sind Philomena, Diggerue, Merce & Mooses MC.

Was würde ich mit dem Preisgeld machen? Ich würde damit die Produktion neuer Musik bezahlen.