„Wenn er malt, schaltet er ab. Da ist er gesund“

Interview. Künstler Johan Jansen leidet an der Nervenkrankheit ALS. Seine Ehefrau Angelika Tschofen berichtet.
Frau Tschofen, wann wurde die Erkrankung sichtbar?
Angelika Tschofen: Johan hatte im Februar 2025 zweimal nacheinander Fieber, seine Stimme hat sich damals verändert. Nachdem er vom Hausarzt zum HNO-Arzt und von dort zum Neurologen geschickt wurde, kam es im September zur Diagnose ALS (Amyotrophe Lateralsklerose).
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Wie hat sich sein Leben seitdem verändert?
Tschofen: Er wird immer schwächer, hat 15 bis 20 Kilo verloren und kann kaum noch sprechen. Dadurch wird die Kommunikation zunehmend schwierig. Johan kann sich auch nicht mehr eigenständig anziehen oder essen. Bei all diesen Dingen braucht er jetzt Hilfe. Zum Glück kann er noch stehen, das erleichtert den Alltag sehr.

Herr Jansen malt trotzdem weiter.
Tschofen: Das Malen ist seine große Leidenschaft, seine Art, sich auszudrücken. Wenn er malt, schaltet er ab. Dann ist er in einer anderen Welt. Da ist er gesund. Deshalb ist es so wichtig, dass er so lange wie möglich weiter malen kann.
Wie funktioniert das praktisch?
Tschofen: Da er den Pinsel nicht mehr richtig halten kann, befestigen wir einen kleinen, geschlitzten Ball am Stiel. Ich stecke den Pinsel hinein und helfe ihm, den Arm auf die richtige Höhe zu bringen. Die Bewegung selbst kommt aber von ihm. Ich unterstütze nur.

Wie hat sich seine Malerei dadurch verändert?
Tschofen: Die Bilder werden abstrakter. Aber das ist keine Einschränkung. Es ist einfach ein neuer Ausdruck. Der Impuls kommt nach wie vor von Johan.

Wie haben Sie sich kennengelernt?
Tschofen: 2007 trafen wir uns auf dem Jakobsweg in Burgos, Spanien. Zwei Jahre später zog Johan mit mir nach Bludenz, wo ich herkomme. Hier in den Bergen hat er festgestellt, dass seine Bilder viel kraftvoller werden, als etwa in seiner niederländischen Heimat.
SAV