Kultur

Camerata Musica Reno zeigt Mozart-Oper nach eigener Façon

07.07.2026 • 18:54 Uhr
Michael Köhlmeier & Camerata Musica Reno The rest is silence – Shakespeare und die Musik
Dirigent Tobias Grabher ist der musikalische Leiter und Initiator der Camerata Musica Reno. Grabher

Die Camerata Musica Reno bringt Mozarts Verkleidungsspiel „Così fan tutte“ in halbszenischer Form nach Bregenz

Das junge Kammerorchester Camerata Musica Reno wagt sich weiter ins Opernrepertoire vor. Konkret steht eine Adaption der Mozart Oper „Così fan tutte“ auf dem Programm, die sie von Freitag, 10. Juli, bis Sonntag, 12. Juli, jeweils um 19 Uhr im Theater Kosmos in Bregenz zum Besten geben wird.

Konzertabende rund um das Kino und die Filmmusik mit der Camerata Musica Reno und Michael Köhlmeier.
Rhomberg

Laut Dirigent Tobias Grabher ist es die erste „mehr oder weniger vollständige“ Opernproduktion seines Ensembles. Vollständig ist sie deshalb nur fast, weil Chor, Rezitative und die Figur Despina gestrichen wurden. An ihre Stelle tritt die Schauspielerin Sabine Lorenz, die als Erzählerin mit eigens verfassten Texten durch den Abend führt.

Sabine Lorenz, Theater Kosmos
Sabine Lorenz. Roth

Grabher sieht darin ein gelungenes Mittel, die an das Sprechtheater gewöhnten Kosmos-Besucher an das Format Oper heranzuführen
Mozarts Spiel um Liebe, Treue, Verkleidung und menschliche Verführbarkeit passe dafür besonders gut. „Es ist eine lustige Geschichte, die bis heute aktuell geblieben ist“, schwärmt Grabher. Im Stück wollen zwei Männer die Treue ihrer Verlobten prüfen und geraten dabei selbst in ein gefährliches Spiel. Ein Motiv, das Grabher musikalisch reizt. Schließlich lasse Mozart „viel Spielraum für Zweideutigkeiten“. Immer wieder höre man den „Witz und die Psychologie“ der Partitur.

Die halbszenische Fassung wurde eigens für die räumlichen Möglichkeiten des Theater Kosmos entwickelt. Sänger, Musiker und Orchester teilen sich den Bühnenraum, wodurch Oper aus nächster Nähe erlebbar werden soll. Für die szenische Umsetzung zeichnet Eli Eisenmann verantwortlich

Junge Größen mit großer Zukunft

Auch die Besetzung setzt auf eine junge Generation: Zu hören sind unter anderem Andrew Turner aus dem Opernstudio der Wiener Staatsoper, Tobias Lusser von der Oper Köln, Ekaterina Spivakovskaia vom Musiktheater Aachen, Laura Hemingway und Clemens Seewald.

David Kessler
David Kessler aus Feldkrich ist das jüngste Mitglied des Orchester der Wiener Staatsoper. Privat

Eine besondere Rolle übernimmt der Feldkircher Geiger David Kessler als Konzertmeister. Er ist fixes Mitglied im Orchester der Wiener Staatsoper und bringt, wie Grabher betont, „enorme Erfahrung“ mit. Für das junge Orchester sei das ein Glücksfall: „Er spielt jeden Abend in einem der besten Opernhäuser der Welt und gibt dieses Wissen weiter.“