Gemeinsames Altstoffzentrum für Leiblachtal geplant – FPÖ scheitert mit Antrag auf Volksbefragung

ASZ soll allen fünf Leiblachtalgemeinden dienen. Standortfrage sorgt in Hörbranz für Diskussionen, FPÖ blitzt mit Antrag auf Volksbefragung ab.
Die abfallwirtschaftlichen Anforderungen an die Gemeinden werden immer größer und strikter, wie der Hörbranzer Bürgermeister Andreas Kresser (Liste TOP) schildert. „Es braucht eine gemeinsame Lösung für die Gemeinden“, hält er im Telefonat mit der NEUE fest. Und die soll in drei Jahren in Betrieb gehen.
Konkretes Grundstück im Visier
Die fünf Gemeinden des Leiblachtals – Hörbranz, Lochau, Hohenweiler, Möggers und Eichenberg – wollen ein gemeinsames Altstoffsammelzentrum (ASZ) bauen. Einen entsprechenden Verband haben die fünf Gemeinden bereits gegründet und auch ein konkretes Grundstück nehmen sie ins Visier. Laut Bürgermeister Kresser stehen die Chancen gut, eine Fläche im Hörbranzer Industriegebiet an der Straßenkreuzung Allgäuerstraße/Ziegelbachstraße neben der Scheier-Tankstelle für das Vorhaben erwerben zu können. Noch, betont der Bürgermeister, befinde man sich aber in der Anfangsphase des Projekts. Konkrete Entwürfe für das Gebäude gibt es demnach noch nicht.

Ein grober Zeitplan sieht vor, noch heuer den Grundstückskauf über die Bühne zu bringen, 2027 die Genehmigung zu erhalten und mit dem Bau zu beginnen, sodass das ASZ Leiblachtal im Jahr 2028 errichtet und eröffnet werden kann. 2029 soll das Altstoffsammelzentrum dann den Betrieb aufnehmen, sofern alles nach Plan verläuft.
FPÖ stellt Antrag auf Volksbefragung
In der Gründungsphase des ASZ-Verbands gab es in der Hörbranzer Gemeindepolitik hitzige Diskussionen. Während in den anderen vier Gemeindevertretungen der entsprechende Beschluss für den Beitritt zu diesem Verband einstimmig erfolgte, legten sich in der Marktgemeinde die Freiheitlichen quer. FPÖ-Gemeinderat Josef Siebmacher erklärte in der Sitzung, er unterstütze zwar die grundsätzliche Idee einer gemeinsamen Lösung für die Abfallentsorgung im Leiblachtal, nicht jedoch den geplanten Standort.

„Da haben wir massive Bedenken, weshalb wir dem Antrag nicht zustimmen werden. Dies ist eine verkehrstechnisch sehr belastete Gegend“, wandte Siebmacher ein. „Jetzt will man am Eingangstor von Hörbranz die zentrale Müllsammelstelle für das Leiblachtal errichten“, empörte er sich über den „massiven Eingriff ins Ortsbild“ und regte die Suche nach einem alternativen Standort an. An der Kreuzung Allgäustraße/Ziegelbachstraße solle man stattdessen eine Betriebsansiedelung forcieren. Siebmachers Vorschlag: Es soll eine Volksbefragung in Hörbranz über den Standort für das ASZ durchgeführt werden.
Standort für Bürgermeister “alternativlos”
Bürgermeister Kresser stieß sich an der gewählten Formulierung des FPÖ-Gemeinderats: „Ich finde es gefährlich, von Anfang an zu sagen, das ist an diesem Standort nicht möglich, weil alles schlimmer und schlechter wird.“ Andere Abfallsammelzentren seien „architektonisch top aufgebaute Gebäude“, von einer „zentralen Müllsammelstelle am Ortseingang“ könne keine Rede sein. Man werde sich im Sinne aller Gemeinden für eine verkehrstechnisch tragbare Lösung eintreten, zumal eine Betriebsansiedelung an diesem Standort für mehr Verkehr als das ASZ sorgen würde.

Im Gespräch mit der NEUE erklärte Kresser, das Grundstück an der Kreuzung sei „de facto alternativlos“ für das ASZ-Vorhaben und verwies auf ein entsprechendes Gutachten. Der FPÖ-Antrag auf eine Volksbefragung fand abseits der vier freiheitlichen Ja-Stimmen keine Zustimmung und blieb klar in der Minderheit. Die Gründung eines Verbands für das ASZ fand hingegen eine deutliche Mehrheit, alle Fraktionen außer der FPÖ stimmten zu.
Kooperationen im Abfallentsorgungsbereich
Immer mehr Gemeinden in Vorarlberg entscheiden sich ob des Kostendrucks für eine kooperative Lösung bei der Abfallentsorgung in Form eines ASZ. So holten sich die Leiblachtaler Gemeindepolitiker im Vorfeld bei einem Besuch in Lauterach Inspiration von Bürgermeister Elmar Rhomberg (ÖVP), in dessen Gemeinde seit 2017 das ASZ Hofsteig betrieben wird.
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Ebenfalls noch in der Planung befindet sich das ASZ in Götzis, das den vier Kummenberggemeinden und der Stadt Hohenems dienen soll. Wie die NEUE berichtete, wurde der Architekturwettbewerb kürzlich abgeschlossen, nun geht es an die Details. Die Fertigstellung ist für Herbst 2028 anvisiert.
(NEUE Vorarlberger Tageszeitung)