Beflügelnde Konstellation in Schwarzenberg

Lukas Sternath, Veronika Eberle und Julia Hagen trafen im Klaviertrio aufeinander und fanden rasch zu einer gemeinsamen Sprache. Schuberts Es-Dur-Trio wurde zum Höhepunkt eines Abends voller Spannung.
An festen Streichquartett-Ensembles ist die Musikwelt reich – das sieht man auch am gerade erschienenen Programmprospekt für die Schubertiade im kommenden Jahr. Im Klaviertrio aber tun sich gerne Solistinnen und Solisten zusammen, die eine Leidenschaft für die Kammermusik haben. Auch hier gibt es beflügelnde Konstellationen, wie man jetzt im Konzert des Pianisten Lukas Sternath, der Geigerin Veronika Eberle und der Cellistin Julia Hagen erleben konnte: Alle drei sind höchst erfolgreich solistisch unterwegs, Sternath und Hagen auch im Duo, zu dritt begeisterten sie vor allem mit der Interpretation des großen Es-Dur-Trios von Schubert.

Zusammenspiel intensiver Kraft
Recht spröde und massiv wirkte vor allem der erste Satz des letzten Trios von Johannes Brahms, was freilich auch am Stück liegen kann. Spannend war die Begegnung mit dem ersten Klaviertrio von Dmitri Schostakowitsch, dass man nicht so oft hört und in das der noch junge Komponist doch so viel Persönliches hat einfließen lassen: Romantische Verliebtheit, aber auch jene beißend schroffe Tonsprache, die später so viele Werke Schostakowitschs kennzeichnet, waren hier zu hören. Die beiden jungen Streicherinnen waren in großer Intensität verbunden, der Pianist bohrte sich hinein in die sehnsüchtigen und zuletzt gläsern wirkenden Klänge. Schuberts Es-Dur-Trio D 929 musizierten die drei in einem fein abgestimmten Zusammenspiel, präsent, gewichtig, aber auch leicht und spielerisch. Über dem pochenden zügigen Schritt des Klaviers verströmte sich Julia Hagen im langsamen Satz im wunderbaren Volksliedthema, schwang sich Veronika Eberles Geige mit ihr zusammen empor, schaukelte sich das Zusammenspiel mit intensiver Kraft auf – ein Höhepunkt! Auch das Scherzo war straff akzentuiert und den Finalsatz gestalteten die drei in einem frischen, hellwachen Stil: drei hochqualifizierte Individuen verschmolzen in einem gemeinsamen Atem. Als Abendlied-Zugabe passte wunderbar der langsame Satz aus dem ersten Trio von Felix Mendelssohn.
Katharina von Glasenapp