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Kein Rückgang bei den Verkehrstoten

01.01.2021 • 18:03 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Symbolbild/APA/JAKOB GRUBER

Trotz dreier Lockdowns ist Zahl der Verkehrstoten nicht gesunken.

Obwohl im Jahr 2020 aufgrund der Lockdowns und Ausgangsbeschränkungen deutlich weniger Verkehr auf Vorarlbergs Straßen zu verzeichnen war, ist die Zahl der Verkehrstoten nicht zurückgegangen. In der vom Innenministerium veröffentlichen Unfallbilanz des angelaufenen Jahres wird bestätigt, dass im westlichsten Bundesland im Jahr 2020 15 Menschen ums Leben kamen. Die Zahl der Verkehrstoten ist damit gleich hoch wie im Jahr 2019.
„Jeder Verkehrstote ist einer zu viel. Die einzig akzeptable Zahl an tödlichen Verkehrsunfällen ist Null. Und diesem Ziel gilt es so nahe wie möglich zu kommen“, betont VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Die bisher niedrigste Anzahl an Todesopfern im Straßenverkehr gab es im Jahr 2015 mit neun. Im Bundesländer-Vergleich ist die Opferzahl in Vorarlberg nach Wien (12) am zweitniedrigsten, berichtet der VCÖ.
Österreichweit wirkten sich die Corona-Maßnahmen aber schon auf die Statistik aus, denn erstmals seit Bestehen der Unfallstatistik ist die Zahl der Verkehrstoten mit 338 niedriger als 400. Dennoch wurde das Verkehrssicherheitsziel von weniger als 312 Verkehrstoten trotz dreimaligen Lockdowns deutlich verfehlt.

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Vergleich mit der Schweiz

Der VCÖ fordert nun weitere Maßnahmen, um die Sicherheit auf den heimischen Straßen zu erhöhen. Als positives Beispiel wird hierfür Vorarlbergs Nachbar Schweiz herangezogen. Die geringeren Tempolimits gepaart mit höheren Strafen und niedrigeren Toleranzgrenzen haben bei den Eidgenossen für sinkende Zahlen gesorgt. Außerdem tragen die Begegnungszonen in den Städten, in welchen die Maximalgeschwindigkeit lediglich 20 Stundenkilometer beträgt, zur Entspannung der Verkehrssituation bei. Da grenzübergreifend die Corona-Maßnahmen unterschiedlich ausfielen, bezieht sich der VCÖ in seiner Argumentation auf das Vergleichsjahr 2019. In diesem Zeitraum hatte die Schweiz nur 187 Tote durch Verkehrsunfälle zu beklagen.
„Die Schweiz setzt vor allem beim Tempo an. Aus gutem Grund. Auch in Österreich ist nicht angepasste Geschwindigkeit die Hauptursache tödlicher Verkehrsunfälle. Mit dem Tempo steigt das Risiko eines schweren Unfalls“, sagt VCÖ-Sprecher Gratzer.

Öffentlicher Verkehr

Als weiteren Hebel, um Unfälle zu vermeiden, sieht der VCÖ den Umstieg auf den öffentlichen Verkehr. In der Schweiz wurden im Vorjahr mit durchschnittlich 2500 Kilometern um rund 1000 Kilometer pro Einwohner mehr mit der Bahn gefahren als in Österreich. Eine VCÖ-Analyse zeigt, dass im Zeitraum 2017 bis 2019 in Österreich das tödliche Unfallrisiko mit dem Pkw pro Milliarde Personenkilometer 94 Mal so hoch war wie mit der Bahn. Auch die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene erhöht die Verkehrssicherheit.