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SCR Altach: Tops und Flops einer schweren Saison

23.05.2021 • 08:08 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Die Spielzeit der Altacher ging am Freitag zu Ende. <span class="copyright">GEPA</span>
Die Spielzeit der Altacher ging am Freitag zu Ende. GEPA

Rückblick auf die Altach-Saison mit schwachem Herbst und Aufschwung.

Mit 23 Punkten schließt der SCR Altach die Saison 2020/21 nach 32 Spieltagen auf dem vierten Tabellenrang der Qualifikationsgruppe ab. Den Wunsch, Teil der Meistergruppe zu sein, mussten die Rheindörfler dabei zu einem frühen Zeitpunkt ablegen. Bereits im Herbst kristallisierte sich heraus, dass es vielmehr um den Kampf gegen den Abstieg gehen wird. Mit einem deutlichen 3:0-Heimsieg über die SV Ried wurde der Klassenerhalt vor einer Woche perfekt gemacht. Am Ende sollten es zum Schlusslicht SKN St. Pölten zehn Zähler Differenz sein. Die NEUE lässt diese herausfordernde Spielzeit mit den Tops und Flops in chronolgischer Reihenfolge Revue passieren.

Mit dem Ende der Saison 2020/21 ist auch die Amtszeit von Christian Möckel zu Ende. <span class="copyright">GEPA</span>
Mit dem Ende der Saison 2020/21 ist auch die Amtszeit von Christian Möckel zu Ende. GEPA

Kaderplanung

Sportdirektor Christian Möckel gestaltete die Kaderplanung im Sommer vorsichtig und setzte in erster Linie auf Zugänge aus der 2. Liga. Spieler wie Daniel Maderner oder Nosa Edokpolor brauchten allerdings ihre Eingewöhnungszeit und waren zu Beginn keine Verstärkung. Die Abgänge von Sidney Sam oder Christian Gebauer auf den offensiven Flügelpositionen konnten dadurch nicht adäquat ersetzt werden. Der Sportdirektor merkte selbst an, dass er und Trainer Alex Pastoor die Qualität des Kaders zu diesem Zeitpunkt falsch eingeschätzt hätten. Dies war auch der Grund, dass die Altacher gleich zu Beginn der Spielzeit in einen Negativ­trend gerieten.

Alex Pastoor konnte den Herbst nicht positiv gestalten. <span class="copyright">GEPA</span>
Alex Pastoor konnte den Herbst nicht positiv gestalten. GEPA

Herbstdurchgang

Denn die Rheindörfler fanden überhaupt nicht in die Spielzeit. Nur ein Punkt nach vier Spieltagen bedeuteten den letzten Tabellenrang. Dass der Saisonstart mit dem 12. September so spät wie wohl nie zuvor erfolgte, lag an der Unterbrechung der Vorsaison durch die Corona-Pandemie. Es sollten vor der Winterpause zwölf Bundesliga­partien ausgetragen werden, der Mannschaft von Pastoor gelangen dabei nur zwei volle Erfolge. Mit nur acht Zählern überwinterten die Vorarlberger als Tabellenelfter. Nur die Admira hatte im Herbst für weniger Punkte gesorgt.

Im Achtelfinal des ÖFB-Cups gab es das peinliche Aus gegen den Viertligisten First Vienna. <span class="copyright">GEPA</span>
Im Achtelfinal des ÖFB-Cups gab es das peinliche Aus gegen den Viertligisten First Vienna. GEPA

Cup

In den Herbst fiel auch das Ausscheiden im ÖFB-Cup. Dabei bestritten die Altacher die beiden ersten Runden noch positiv und stiegen jeweils in die nächste Runde auf. Zum Auftakt gegen Union Gurten aus der Regionalliga Mitte folgten die Treffer zum 3:1-Erfolg allerdings erst ab der 88. Minute. Gegen den SV Seekirchen aus der Regionalliga Salzburg gab es gar einen 7:0-Sieg. Diese Cupsaison wird aber durch das Ausscheiden im Achtelfinale in negativer Erinnerung bleiben. Beim Viertligisten First Vienna FC setzte es eine peinliche, aber verdiente 1:2-Pleite.

Mit Trainer Damir Canadi kam der Formanstieg und die Klasse konnte gehalten werden. <span class="copyright">GEPA/lerch</span>
Mit Trainer Damir Canadi kam der Formanstieg und die Klasse konnte gehalten werden. GEPA/lerch

Trainerwechsel

Am 23. Februar machten die Verantwortlichen ihre Entscheidung öffentlich. Nach einer 1:5-Niederlage gegen Austria Wien und der damit verbundenen Übernahme der roten Laterne wurde Trainer Alex Pastoor entlassen. Nur einen Tag nach der Freistellung begann die zweite Amtszeit des Rückkehrers Damir Canadi als Übungsleiter der Altacher. Diese Entscheidung sollte sich als goldrichtig erweisen, gelang doch mit dem Wiener endlich der Aufschwung.

Manfred Fischer war der Gewinner der Saison bei Altach, auch im Frühjahr gehörte er zu den Besten. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Manfred Fischer war der Gewinner der Saison bei Altach, auch im Frühjahr gehörte er zu den Besten. Stiplovsek

Endspurt

Denn unter seiner Führung stimmten auf einmal die Resultate wieder positiv. Zum Debüt gab es gleich einen überraschenden 1:0-Auswärtserfolg beim Wolfsberger AC. In den ersten sechs Spielen unter seiner Leitung gewannen die Rheindörfler vier Duelle. Zudem blieben seine Mannen in den letzten vier Begegnungen ohne Niederlage. Die Stabilisierung der Defensive war vor allem zu Beginn der Schlüssel zum Formanstieg. In 14 Spielen kommen die Altacher unter Canadi auf 22 Punkte und somit auf einen Punkteschnitt von 1,57. Unter der Leitung von Pastoor gab es in 18 Spielen nur 12 Punkte, was einem Punkteschnitt von 0,67 entspricht. (Die Punkteteilung der Bundesliga wurde beim Punkteschnitt der Trainer nicht berücksichtigt.)

Auch Daniel Maderner nahm eine enorme Entwicklung. Zuerst ein Fehleinkauf, geigte der Stürmer zum Ende der Saison noch ordentlich auf.<span class="copyright"> GEPA/lerch</span>
Auch Daniel Maderner nahm eine enorme Entwicklung. Zuerst ein Fehleinkauf, geigte der Stürmer zum Ende der Saison noch ordentlich auf. GEPA/lerch

Stürmerproblem

Die Altacher erzielten in den 32 Saisonduellen in der Bundesliga lediglich 33 Treffer und stellen damit die zweitschwächste Offensive. Nur die Admira war mit 27 Toren noch ungefährlicher. Das Problem des Toreschießens lässt sich auch an den individuellen Statistiken ablesen. Mit Manfred Fischer ist ein Mittelfeldspieler der torgefährlichste Angreifer bei den Rheindörflern. Der 25-Jährige kommt auf sieben Bundesligatreffer. Topstürmer ist mit fünf Erfolgen Daniel Maderner, der Mitte April noch bei einem Torerfolg stand. In den vergangenen sechs Duellen stockte er sein persönliches Konto noch ordentlich auf. Auch Daniel Nussbaumer (3 Treffer), Chinedu Obasi (2 Treffer) und Danilo Carando (2 Treffer) können keine besseren Werte verbuchen.

Vom Trainer zum Sportliche Leiter. Werner Grabherr kehrt damit zu Altach zurück. <span class="copyright">GEPA/lerch</span>
Vom Trainer zum Sportliche Leiter. Werner Grabherr kehrt damit zu Altach zurück. GEPA/lerch

Kaderplanungen

Bereits zu einem frühen Zeitpunkt entschlossen sich die Verantwortlichen gegen eine Ausdehnung des Kontraktes von Sportdirektor Möckel und beorderten Werner Grabherr an seiner Stelle zurück in den Verein. Dabei wird es keinen riesigen Kaderumbruch brauchen. Trotz der fixen Abgänge von Subotic, Wiss, Zottele, Babil, Karic und dem sehr wahrscheinliche Abgang von Obasi kann der Neo-Sportchef auf einen breiten Kader bauen. Punktuelle Verstärkungen sind dabei sicherlich nötig, um einen ähnlichen Herbst 2020 in diesem Jahr zu verhindern. Aber es wurde ihm ein ordentlicher Stamm hinterlassen.

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