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Apple und Google sollen bald zahlen

06.06.2021 • 17:15 Uhr
Ei­ni­ge der G7-Fi­nanz­mi­nis­ter beim Auf­stel­len fürs „Fa­mi­li­en­fo­to“ in Lon­don. <span class="copyright">HENRY NICHOLLS / POOL / AFP</span>
Ei­ni­ge der G7-Fi­nanz­mi­nis­ter beim Auf­stel­len fürs „Fa­mi­li­en­fo­to“ in Lon­don. HENRY NICHOLLS / POOL / AFP

London: G7-Staa­ten ei­ni­gen sich auf glo­ba­le Di­gi­tal- und Min­dest­steu­er.


Digi­tal­kon­zer­ne wie Apple oder Goog­le sol­len nach dem Wil­len der füh­ren­den In­dus­trie­na­tio­nen künf­tig welt­weit min­des­tens 15 Pro­zent Steu­ern zah­len. Die Fi­nanz­mi­nis­ter der G7-Staa­ten ei­nig­ten sich am Sams­tag in Lon­don auf eine glo­ba­le Steu­er­re­form. Neben der Min­dest­steu­er von 15 Pro­zent soll auch si­cher­ge­stellt wer­den, dass Groß­kon­zer­ne künf­tig dort Steu­ern zah­len, wo sie ihre Um­sät­ze ma­chen.

Erhöhung der Mindeststeuer

Ziel ist es, die mul­ti­na­tio­na­len Kon­zer­ne stär­ker zur Kasse zu bit­ten. Bis­her wer­den Un­ter­neh­men­steu­ern nur am Fir­men­sitz fäl­lig, aber nicht in den Län­dern, in denen die Kon­zer­ne aktiv sind, was bei den Di­gi­tal­un­ter­neh­men oft in fast der gan­zen Welt der Fall ist. Das führ­te dazu, dass viele Un­ter­neh­men ihren Fir­men­sitz in Län­der mit nied­ri­ge­ren Un­ter­neh­men­steu­ern ver­la­ger­ten.

Der Gast­ge­ber und bri­ti­sche Fi­nanz­mi­nis­ter Rishi Sunak be­zeich­ne­te die Ei­ni­gung als „his­to­risch“ und er­klär­te, die Re­form mache das Steu­er­sys­tem „fit für das glo­ba­le di­gi­ta­le Zeit­al­ter“. Sein fran­zö­si­scher Amts­kol­le­ge Bruno Le Maire sprach von einer am­bi­tio­nier­ten Ei­ni­gung, auf die man nach vier­jäh­ri­gem Ein­satz für das Thema stolz sein könne. Zu­gleich sagte er, der Kampf werde wei­ter­ge­hen. „Das ist ein An­fangs­punkt und in den kom­men­den Mo­na­ten wer­den wir uns dafür ein­set­zen, dass die Min­dest­steu­er so hoch wie mög­lich ist.“

Sieben Wirtschaftsmächte

Neben Groß­bri­tan­ni­en, Frank­reich und Deutsch­land sind auch die USA, Ita­li­en, Japan und Ka­na­da Mit­glie­der der G7, wie sich die Grup­pe der sie­ben füh­ren­den de­mo­kra­ti­schen Wirt­schafts­mäch­te nennt. Mög­lich ge­wor­den ist die Ei­ni­gung auf der Ebene der G7 auch auf Drän­gen der neuen US-Re­gie­rung, die zuvor sogar eine Min­dest­steu­er von 21 Pro­zent vor­ge­schla­gen hatte, spä­ter dann 15 Pro­zent. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren hatte es – auch auf EU-Ebe­ne meh­re­re An­läu­fe für eine sol­che in­ter­na­tio­na­le Di­gi­tal­steu­er ge­ge­ben, die al­ler­dings nie zum Durch­bruch kamen.

Im nächs­ten Schritt gilt es nun, die G20 – die noch um­fas­sen­de­re Grup­pe füh­ren­der Wirt­schafts­na­tio­nen – ins Boot zu holen. Ge­le­gen­heit dazu gibt es beim Tref­fen im Juli in Ita­li­en. Ös­ter­reichs Fi­nanz­mi­nis­ter Ger­not Blü­mel be­grüß­te die Ei­ni­gung der G7 in Lon­don. Ös­ter­reichs Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um rech­net bei einer in­ter­na­tio­na­len Um­set­zung des glo­ba­len Min­dest­steu­er­sat­zes von 15 Pro­zent mit min­des­tens drei Mil­li­ar­den Euro Mehr­ein­nah­men für den ös­ter­rei­chi­schen Staat.