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Die wirren Regeln für Genesene

06.06.2021 • 18:00 Uhr / 9 Minuten Lesezeit
Genesene dürfen unter gewissen Voraussetzungen ins Ausland reisen.  <span class="copyright">APA/BARBARA GINDL</span>
Genesene dürfen unter gewissen Voraussetzungen ins Ausland reisen.  APA/BARBARA GINDL

Wel­che Vor­ga­ben für Ge­ne­se­ne gel­ten, scheint viel­fach un­klar.

Wie er­hal­ten Ge­ne­se­ne Zu­tritt zu Gas­tro & Co.?
Die drei G – ge­tes­tet, ge­impft, ge­ne­sen – als Zu­tritts­be­rech­ti­gung für na­he­zu jeg­li­ches Frei­zeit­ver­gnü­gen wer­den den Ös­ter­rei­chern wohl noch län­ger er­hal­ten blei­ben. Um eine Ge­ne­sung nach­zu­wei­sen, ge­nügt ein be­hörd­li­cher Ab­son­de­rungs­be­scheid, der nicht älter als sechs Mo­na­te sein darf. Al­ter­na­tiv be­rech­tigt das po­si­ti­ve Er­geb­nis eines An­ti­kör­per­Blut­tests zum Zu­tritt in Lo­ka­le, Kul­tur­ein­rich­tun­gen usw. Ein po­si­ti­ves PCR-Er­geb­nis aus der Ver­gan­gen­heit ist laut Ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um un­gül­tig – auch dann, wenn es aus den letz­ten sechs Mo­na­ten stammt.

Wie kommt man zur Be­stä­ti­gung über An­ti­kör­per oder In­fek­ti­on?
Wird der An­ti­kör­per-Blut­test beim Haus­arzt durch­ge­führt, kann die­ser eine ent­spre­chen­de Be­stä­ti­gung aus­stel­len. Dar­auf muss der Name des Pa­ti­en­ten er­sicht­lich sein, eben­so wie Stem­pel und Un­ter­schrift des Me­di­zi­ners. Au­ßer­dem gilt der po­si­ti­ve La­bor­be­fund über An­ti­kör­per. Zu­sätz­lich kön­nen alle Be­trof­fe­nen, die im Epi­de­mio­lo­gi­schen Mel­de­sys­tem er­fasst wur­den, in we­ni­gen Tagen ein Ge­ne­sungs­zer­ti­fi­kat über gesundheit.​gv.​at her­un­ter­la­den – das be­trifft alle in Ös­ter­reich je po­si­tiv PCR-Ge­tes­te­ten. Für den Nach­weis, der sechs Mo­na­te gilt, ist Bür­ger­kar­te oder Han­dy­si­gna­tur nötig.

Wann wer­den Ge­ne­se­ne ge­impft?
Das Ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um emp­fiehlt wegen der Impf­stoff­knapp­heit eine War­te­zeit von sechs bis acht Mo­na­ten.

Der Ab­son­de­rungs­be­scheid gilt also sechs Mo­na­te für Ein­trit­te, die Imp­fung folgt erst nach sechs bis acht Mo­na­ten. Müs­sen Be­trof­fe­ne sich in der Zwi­schen­zeit tes­ten?
Ob­wohl es sich um Ge­ne­se­ne han­delt, ist der­zeit nach Ende der Gül­tig­keit des Ab­son­de­rungs­be­schei­des und vor In­kraft­tre­ten der Gül­tig­keit der Imp­fung (am Tag 22 nach der Sprit­ze) rein recht­lich ein ne­ga­ti­ves Test­ergeb­nis für den Ein­tritt er­for­der­lich. Al­ter­na­tiv gilt auch ein po­si­ti­ver An­ti­kör­per-Blut­test, der nicht älter als drei Mo­na­te sein darf.

Ich hatte Co­vid-19, aber habe we­ni­ge bis keine An­ti­kör­per, kann ich daher frü­her ge­impft wer­den?
Das Ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um ver­weist dar­auf, dass aus me­di­zi­ni­scher Sicht nichts gegen eine frü­he­re Imp­fung spricht – auch dann nicht, wenn man aus­rei­chend An­ti­kör­per vor­wei­sen kann. Aus fach­li­chen Grün­den dür­fen Haus- und Imp­f­ärz­te also in­di­vi­du­ell ent­schei­den und frü­her imp­fen.

Wie oft wer­den Ge­ne­se­ne ge­impft?
In der Regel mit nur einer Teilimp­fung – sie wirkt Stu­di­en zu­fol­ge wie ein Turbo bei An­ti­kör­pern. Liegt nach der In­fek­ti­on kaum ein Schutz vor, kann der Arzt auch ent­schei­den, dass zu­sätz­lich die zwei­te Dosis ver­ab­reicht wird.

Wie lange gilt die eine Imp­fung nach der Ge­ne­sung als Zu­tritt?
Grund­sätz­lich gilt die erste Teilimp­fung ab dem 22. Tag nach der Sprit­ze und für ma­xi­mal drei Mo­na­te als Zu­tritts­be­rech­ti­gung. Da Ge­ne­se­ne der­zeit in der Regel nur eine Dosis er­hal­ten, müs­sen sie zu­sätz­lich zu die­ser einen Imp­fung noch an­de­re Nach­wei­se er­brin­gen. So wird eine Be­stä­ti­gung be­nö­tigt, dass be­reits min­des­tens 21 Tage vor der Imp­fung ein po­si­ti­ver mo­le­ku­lar­bio­lo­gi­scher Test auf Sars-CoV-2 bzw. ein Nach­weis über neu­tra­li­sie­ren­de An­ti­kör­per vor­lag. Die Imp­fung darf laut ak­tu­el­ler Ver­ord­nung nicht län­ger als neun Mo­na­te zu­rück­lie­gen, da­nach gel­ten der­zeit nur Test- oder An­ti­kör­per­er­geb­nis­se.

Kön­nen Ge­ne­se­ne ins Aus­land rei­sen?
Grund­sätz­lich ja, doch je nach Land müs­sen die Be­trof­fe­nen in Qua­ran­tä­ne oder ein ne­ga­ti­ves Test­ergeb­nis vor­wei­sen. Die Re­geln soll­ten sich für Ge­ne­se­ne aber in den kom­men­den Wo­chen er­leich­tern: Dann dürf­te, heißt es aus dem Büro von Ge­sund­heits­mi­nis­ter Wolf­gang Mück­stein, auch im EU-Aus­land eine Imp­fung nach Ge­ne­sung für die Rei­se­frei­heit in­ner­halb der Union aus­rei­chen. Der Nach­weis auf neu­tra­li­sie­ren­de An­ti­kör­per wird für in­ter­na­tio­na­le Rei­sen aus heu­ti­ger Sicht je­doch nicht an­er­kannt, eine Ein­tra­gung in den Grü­nen Pass ist nicht ge­plant.

Wie er­hal­te ich mein At­test für den Ur­laub auf Eng­lisch?
Ein der­ar­ti­ges At­test kann der Haus­arzt aus­stel­len. Als Hil­fe­stel­lung gibt es Blan­ko-For­mu­la­re zum Down­load – unter an­de­rem bei der Ärz­te­kam­mer Nie­der­ös­ter­reich. Nach­weis-Ent­wür­fe im Sinne der 3G-Re­gel auf Deutsch und Eng­lisch lie­fert on­line auch das Ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um.

Wann gel­ten An­ti­kör­per-Blut­tests als po­si­tiv?
Da un­ter­schied­li­che Ver­fah­ren im Ein­satz sind, gibt es dar­auf keine letzt­gül­ti­ge Ant­wort: „Der Schwel­len­wert, ab dem ein Nach­weis über neu­tra­li­sie­ren­de An­ti­kör­per sei­tens der La­bo­re aus­ge­stellt wer­den kann, ist ab­hän­gig vom Test und muss dem­entspre­chend vom je­wei­li­gen Labor an­ge­ge­ben wer­den“, un­ter­streicht man sei­tens des Ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­ums.

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