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PCR-Tests sind weiter ein Aufreger

27.07.2021 • 20:53 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ärger gibt es um die verpflichtenden PCR-Tests für die Nachtgastronomie. <span class="copyright">Symbolbild/Reuters</span>
Ärger gibt es um die verpflichtenden PCR-Tests für die Nachtgastronomie. Symbolbild/Reuters

Feldkircher Gastronom Reinhard Rauch beklagt Ungleichbehandlung.

Aufregung gibt es dieser Tage wieder einmal um die Corona-Testungen. Dieses Mal geht es um die PCR-Tests, die seit vergangener Woche für den Besuch der Nachtgastronomie vorgeschrieben sind. Angesichts steigender Infektionszahlen hatte die Bundesregierung sich zur Verschärfung der gültigen Regeln entschlossen. Seit 22. Juli dürfen daher nur noch Geimpfte und Personen mit einem negativen PCR-Test die Nachtlokale besuchen.

Großer Andrang

Angesichts der Maßnahme waren in den Apotheken kos­tenlose PCR-Testungen angeboten worden. Allerdings brach das System am Wochenende aufgrund des großen Andrangs zusammen. Es seien viel mehr Menschen zum Testen gekommen als erwartet, sagte am Montag Apothekerkammer-Präsident Jürgen Rehak gegenüber vol.at. Die kostenlosen Testungen sollen aber morgen wieder aufgenommen werden.

Klarstellung

Angesichts der Probleme bei den Testungen in den Apotheken stellten die Verantwortlichen des privaten und auch in Vorarlberg tätigen Testanbieters AMZ klar, dass sie nichts mit den kostenlosen PCR-Tests zu tun haben. „Unser Labor wertet für Apotheken ausschließlich bezahlte PCR Tests aus“, heißt es in einer Stellungnahme auf Facebook. Bei einer Probeentnahme vor 14 Uhr liege das Ergebnis „ausnahmslos am gleichen Tag“.

Die kostenlosen Testungen in den Apotheken sollen ab morgen wieder angeboten werden. <span class="copyright">Symbolbild/apa</span>
Die kostenlosen Testungen in den Apotheken sollen ab morgen wieder angeboten werden. Symbolbild/apa

Das Chaos bei den kostenlosen Testungen hat bei Nachtschwärmern und in der Nachtgastronomie für Verärgerung gesorgt. So berichteten viele Lokalbetreiber von Umsatzein­bußen. Thomas Krobath von der „vabrik“ in Röthis erklärte gegenüber dem ORF Vorarlberg, es habe einen Rückgang von 96 Prozent gegenüber der Vorwoche gegeben.

Ungleichbehandlung

Der Feldkircher Gastronom Reinhard Rauch bemängelte auf Anfrage der NEUE, dass in der Nachtgastronomie PCR-Tests vorgeschrieben sind, aber bei Zeltfesten oder Veranstaltungen wie dem Poolbar Festival nicht. „Hier wird mit zweierlei Maß gemessen“, sagte der Betreiber des Rauch Club. Er hält Antigentests ohnehin für sinnvoller. „Die sind nicht so lange gültig wie PCR-Tests. Die Wahrscheinlichkeit, dass man sich in der Zwischenzeit ansteckt, ist deshalb geringer.“ Aufgesperrt hat Rauch seinen Club am vergangenen Freitag. Am Samstag fand dann die landauf landab beliebte „Love Is In The Air“-Party statt, die offenbar sehr gut besucht war. Die PCR-Kontrollen am Eingang seien problemlos abgelaufen, berichtete Rauch. Allerdings habe man dafür auch extra Personal abgestellt. Für einige Gäste aus der Schweiz war an der Eingangstüre allerdings Endstation, da sie über die Regelungen in Österreich offenbar nicht Bescheid wussten und deshalb keinen PCR-Test vorweisen konnten.

Gang zum Verfassungsgerichtshof

Nicht nur Rauch bemängelt die Ungleichbehandlung. Der Verband der österreichischen Nachtgastronomie hat diesbezüglich den Gang zum Verfassungsgerichtshof beschlossen. Dort soll ein Individualantrag eingebracht werden, weil bei Zeltfesten die 3G-Regel gilt und bei der Nachtgastronomie nur PCR-Tests und Impfung. Verbandssprecher Stefan Ratzenberger sagte gegenüber den „OÖNachrichten“, dass es in acht Bundesländern Umsatzein­brüche von 90 bis 95 Prozent gegeben habe. Nur in Wien, wo es bereits seit Längerem ein flächendeckendes PCR-Gurgeltestsystem gibt, sei der Rückgang mit 45 Prozent geringer ausgefallen.

Tiroler Apothekentests starten heute

In Tirol werden ab heute kostenlose PCR-Tests in den Apotheken angeboten. Wie das Land am Dienstag bekannt­gab, soll das Testangebot noch ausgeweitet werden, damit sich Reiserückkehrer kostenlos tes­ten lassen können. Vorarlbergs Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.